
»Mein Gott, wie schreibt man eine Biographie?« Dieses Zitat Virginia Woolfs eröffnet eine Lebensbeschreibung, die in vielen Rezensionen als biographisches Meisterstück gerühmt worden ist. Mit ihrem monumentalen Werk macht Hermione Lee unser Bild von Virginia Woolf um einige Klischees ärmer und um viele Nuancen reicher. Sie setzt sich intensiv und skeptisch mit den oft wiederholten Darstellungen von ihr als Opfer – ihres düsteren viktorianischen Elternhauses, der sexuellen Zudringlichkeit ihrer älteren Brüder, ihrer Geisteskrankheit – auseinander und zeigt, mit welchem Mut Virginia Woolf sich im Lauf ihres Lebens ihren frühen Erfahrungen und inneren Widersprüchen stellte und sie kraftvoll umsetzte in ihr literarisches Werk. Mit großem Feingefühl geht die Autorin den wichtigsten Beziehungen in Virginia Woolfs Leben – zu ihrer Schwester Vanessa, zu ihrem Mann Leonard, zu Vita Sackville-West – nach und definiert sie anders, als man es bisher gewohnt war. Hermione Lee widmet sich ihrem Gegenstand mit leidenschaftlichem Interesse und genauester Kenntnis. Sie kommt zu überraschenden Ergebnissen und präsentiert sie mit schriftstellerischem Glanz. (Verlagsinfo)
Als „eine sorgfältig und mit großem Feingefühl recherchierte, glänzend geschriebene Darstellung“ preist der Verlag die Biografie der englischen Literatur-Professorin Hermione Lee an. Und kein Wort ist eine Übertreibung. 2002 als Taschenbuch neu aufgelegt, ist dieses im doppelten Wortsinn gewichtigen Werk eine überaus lohnende Lektüre für alle, die Virginia Woolf genau kennen lernen wollen.
„Virginia Woolf. Ein Leben“, Hermione Lee (Autorin), Holger Fliessbach (Übersetzer)
1152 Seiten, antiquarisch, S. Fischer-Verlag, VÖ 17. Mai 2002
