„Die Pflanzenmalerin“: Spannende Suche nach dem Vogel von Ulieta ⭐️⭐️⭐️⭐️

Dieses Buch zählt zu den Werken, die man gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Zwar ist es Martin Davies’ erster Roman – doch in „Die Pflanzenmalerin“ verwebt er geschickt historische Tatsachen mit Fiktion, um so die Handlung spannend zu halten. Aber er vermittelt auch zahlreiche interessante Kenntnisse über Botanik und Fauna sowie die Sammler der damaligen Zeit.

Die Geschichte kreist um den Vogel von Ulieta. Eine Zeichnung des Tieres existiert tatsächlich: Angefertigt von Georg Forster während einer Expedition mit James Cook (abgebildet in dem Eichborn-Band „Reise um die Welt“). Aber es soll auch ein ausgestopftes Exemplar gegeben haben, dass der englische Naturforscher Joseph Banks (ebenfalls eine historische Gestalt) seiner Geliebten geschenkt haben soll.

Hier beginnt die Fiktion.

Davies’ verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart. Der Wechsel der Ebenen schafft zusätzliche Spannung. Seine Personen sind psychologisch stimmig dargestellt. Und er beleuchtet ein spannendes Stück Forschungs-Geschichte.

Klappentext

Bevor der Naturforscher Joseph Banks im Jahre 1772 zu einer langen Forschungsreise aufbricht, begegnet er Mary Burnett. Sie ist eine talentierte Pflanzenmalerin, die zurückgezogen im Wald in der Nähe seines Anwesens wohnt. Banks ist von dem Mädchen mit den tiefgrünen Augen fasziniert und kann sie auch während der vierjährigen Reise nicht vergessen. Oft wünscht er sich, sie könne bei ihm sein, all das Wunderbare und Fremde mit ihm teilen und in ihren Zeichnungen festhalten. Nach seiner Rückkehr wird sie seine Geliebte. Wie von niemandem sonst fühlt Banks sich von Mary verstanden. Doch sie bleibt die unstandesgemäße große Liebe. Und als Mary ein Kind von ihm erwartet, verlässt sie ihn. Zur Erinnerung schenkt Banks ihr den geheimnisvollen Vogel von Ulieta.
Zweihundert Jahre später bekommt der Botaniker Fitzgerald den Auftrag, dieses einzigartige Exemplar zu finden. Zusammen mit der Studentin Katya durchforstet der Wissenschaftler Archive, Bibliotheken und Taufregister im beschaulichen Lincolnshire, wo Joseph Banks einst lebte. Fitzgerald merkt bald, dass es ein Wettlauf gegen die Zeit ist, gibt es doch einen mysteriösen Einbruch und einen anonymen Brief. Da weist ihnen ein namenloses Frauenporträt und der Hinweis auf eine Banks-Geliebte eine Spur.

Fazit

Ein historischer Roman der Spitzenklasse. Von dem etwas schwülstigen Coverbild des Taschenbuches darf man sich nicht täuschen lassen.

Martin Davies, „Die Pflanzenmalerin“

315 Seiten, 9.95 Euro, Goldmann TB, VÖ 1. Februar 2006

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