Mit Georg Forster auf Weltreise: Spannende Forschung in Wort und Bild

Pinguine, Passionsblumen und Packeis sind heutigen Weltbürgern nicht mehr fremd. Doch vor rund 300 Jahren wurden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie Länder erst entdeckt. Ein Zeugnis davon legt ein spannendes wie kunstvolles Buch ab. Es sind die Reiseberichte von Georg Forster mit den dazugehörigen wundervollen und detailgenauen Aquarellen und Zeichnungen, die die Jahrhunderte im Museum für Natural History in London überdauert haben. Das Werk ist eine kleine Sensation, denn beides gemeinsam ist zuvor noch nie publiziert worden.

Dabei war es gar nicht geplant, dass die beiden mittellosen Deutschen Johann Forster und sein Sohn Georg mit James Cook auf seine zweite Entdeckungsreise gingen. Ganz kurzfristig waren sie eingesprungen, weil der englische Naturwissenschaftler Joseph Banks sich mit Cook über die Ausstattung des Schiffes zerstritten hatte. Im Juli 1772 gingen Johann Forster und der knapp 18-jährige Georg an Bord der „Resolution“.

Georg Forster in als Naturforscher, Ethnologe, Reiseschriftsteller und Journalist in die Geschichte eingegangen. Geboren wurde er am 27. Novemger 1754 in Nassenhuben (das ist das heutige Mokry Dwor bei Danzig). Sein Vater war 1766 mit der Familie nach London umgesiedelt – wo er sich bereits zu Lebzeiten Anerkennung als Naturforscher und Wissenschaftler erwarb.

Anfangs arbeitete Georg Forster noch unter Anleitung seines Vaters. Über 500 Pflanzen und Tiere hielt er im Bild fest – bei lediglich 290 Tagen Landgang. Sein Reisebericht war und ist ebenfalls eine Besonderheit, denn der junge Mann – der sich später als Jakobiner auf die Seite der Französischen Revolution schlug – schildert mit Einfühlungsvermögen auch ethnologische Gegebenheiten.

Fazit: Es ist  ein einmaliges schriftliches und zeichnerisches Werk, dass Georg Forster hinterlassen hat. Selbst heute noch ist seine Sprache frisch, sind seine Formulierungen klar und lebendig. Damit ist das gewaltige und faszinierende Werk zweifach ein Vergnügen: Beim Lesen und beim Betrachten der Zeichnungen. Auch wenn der gebundene Band nicht preisgünstig ist – allein die großformatigen Bilder sind den Preis wert.

Georg Forster, „Reise um die Welt – illustriert von eigener Hand“

648 Seiten, 99 Euro, Eichborn, die andere Bibliothek, VÖ Oktober 2007 oder als Insel TB für 18 Euro

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