Suche nach Verlag und Märchenprinz

Locker und humorvoll von einer unglücklichen Liebe und der Suche nach dem Märchenprinzen  – das ist der Stoff, aus dem Astrid Thomsens (Jahrgang 1970) erstes Buch ist. Und so etliches davon scheint autobiografisch zu sein. Die „Jung-“-Schriftstellerin hat eine einfache Erklärung parat: „Wer liest schon gerne über ein langweiliges Single-Leben? Niemand. Also schmückt man das aus.“

Jugend auf dem Dorf

Astrid Thomsen wohnt in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein in der Nähe von Rendsburg. Sie ist in Hamdorf  aufgewachsen, mit zwei Geschwistern und meinen Eltern auf einem Bauernhof. „Es war eine super-glückliche Kindheit“, sagt sie. Astrid Thomsen hatte sich unglücklich in einen verheirateten Mann verliebt, als sie 2007 mit dem Schreiben begann. „Es war teilweise Frust-Bewältigung. Und viel Fantasie hatte ich schon immer. Ich habe in Deutsch gut aufgepasst und gerne Aufsätze geschrieben.“

Ein Teil im Roman ist erfunden. Einen Teil hat die Autorin selbst erlebt. „Wenn ich alles das, was ich in diesem Buch geschrieben habe, selbst erlebt hätte, dann wäre ich nicht berufstätig“, erzählt sie augenzwinkernd im Gespräch. „Schließlich hat man Freunde, die etwas erlebt haben oder Freundinnen. Das schnappt man auf und baut es in die Geschichte ein.“

Teils biografisch, teils Fiktion

Eines aber ist identisch: „Selbstbewusst, humorvoll, blaue Augen und dunkle kurze Haare, Konfektionsgröße 38, Figur okay – abgesehen vom Bindegewebe“ – so beschreibt Astrid Thomsen ihre Protagonistin Marie. „Aber Marie ist manchmal ziemlich naiv“, schränkt sie ein.

Im Buch lernt Marie beim Kellnern einen Lektor kennen. Auch für die Hamdorferin war es schwierig, einen Verlag zu finden denn das ist für die meisten Autoren die größte Hürde.

„Ich bin in einer Buchhandlung gewesen und hab gesagt: Guten Tag, ich habe vor, mein Manuskript einzuschicken. Haben Sie einen Tipp für mich?“

Astrid Thomsen

Da wurde sie erst mal belächelt. Nach dem Motto: „Das haben schon Zehntausende andere vor Ihnen versucht und nicht geschafft“, erzählt Astrid Thomsen und ihre Augen blitzen.

Sie kaufte sich einen Ratgeber, hielt sich an die Anweisungen was Gestaltung und Stil anbelangt und schickte das Manuskript schließlich an diverse Verlage.„Ich habe Angebote bekommen: 2000 Euro aufwärts bis 20 000 Euro – die ich vorausstrecken sollte. Gleich schon mit einem Vertrag, ganz schick, mit Siegel und allem drum und dran“, erinnert sie sich. Aber zahlen wollte Astrid Thomsen nicht. Sie wartete ab. Und das lohnte sich. Der Aavaa-Verlag wollte Manuskript veröffentlichen.

Angst, dass Menschen meinen, sich in den beschriebenen Personen wieder erkennen – die hatte sie durchaus. Schließlich lesen gerne die Menschen aus ihrer Umgebung das Buch, weil sie auch viele Orte wieder erkennen – den Eiderpark in Rendsburg, den Schacht-Audorfer See, den Nord-Ostsee-Kanal. Aber: „Ich denke nicht, dass ich eine Klage an den Hals bekommen werde. Denn ich habe die Namen alle verändert. Wer sich wieder erkennen möchte, kann das gerne tun“, erklärt sie. 

Astrid Thomsen, „Bettenwechsel“

315 Seiten, 11.95 Euro, Aavaa Verlag, VÖ 10. Oktober 2010

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