Geologie erlebbar machen

Während und nach der Eiszeit haben Steine, Sand und Schotter das östliche Hügelland Schleswig-Holsteins geformt. Die Reste sind noch heute erkennbar: Riesige Findlinge wie der „Düvelstein“ in Großkönigsförde (südwestlich von Gettorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde) sind stumme Zeugen der gewaltigen Verschiebungen und gaben den Menschen in der Vergangenheit Rätsel auf über ihren Ursprung.

Der Diplom-Biologe Rudolph hat schon vielfach über Steine geschrieben (siehe Bücher im Wachholtz-Verlag) – und das liest sich keineswegs staubtrocken. Vielmehr erklärt der Fachmann für den Laien verständlich, was Geologie ist – nämlich die Wissenschaft vom Aufbau und der Entwicklung der Erde. Und Rudolph  gibt Spaziergängern Bestimmungsbücher an die Hand, die ihnen helfen, noch mehr über ihr Land zu erfahren.

Wenn der Autor aus Wankendorf im Kreis Plön sagt, dass er Geologie erlebbar machen will, verspricht er nicht zu viel. In seinem neuen Buch empfiehlt er einen Besuch beim geografischen Mittelpunkt des Landes in Nortorf ebenso wie den Bodenlehrpfad Mörel im Bredenhoper Gehölz (beides im Kreis Rendsburg-Eckernförde). Auch der Boxberg im Naturpark Aukrug ist ein beliebtes Ausflugsziel. Doch all jene, die den weiten Blick über die Landschaft genießen, können nun bei Frank Rudolph nachlesen, dass es hier einst Raseneisenerz gab. Der Eisenproduktion fiel der riesige Buchenwald zum Opfer, der den 77 Meter hohen „Berg“ bedeckte. 

Etwas über die Beschaffenheit der Böden zu erfahren, dürfte den Nachwuchs nicht so sehr interessieren. So fehlt bei diesem Tipp auch der entsprechende Hinweis. Ganz im Gegensatz zum Boxberg. Und zum „Tor zur Urzeit“ in Brügge. Dinosaurier-Modelle und ein echtes Höhlenlöwen-Skelett werden sicher die ganze Familie begeistern.

Fazit: Absolut empfehlenswert.

Frank Rudolph, „Geologie erleben“

288 Seiten, 16.80 Euro, Wachholtz Verlag, VÖ 21. April 2011

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