Was ist menschlich? Oder: Andersartigkeit und ihre Akzeptanz

Klappentext: Das Mädchen Lucy wächst im afrikanischen Dschungel bei ihrem Vater, einem englischen Naturforscher, in völliger Abgeschiedenheit auf. Sie ist vierzehn, als er stirbt. Durch Zufall findet die amerikanische Wissenschaftlerin Jenny sie und nimmt sie mit nach Amerika. Lucy ist hübsch und sehr begabt. Was niemand ahnt: Sie ist das Ergebnis eines unglaublichen Experiments, ihr Erbgut eine Kreuzung zwischen dem von Mensch und Menschenaffe. Irgendwann lässt sich das nicht mehr geheimhalten – woraufhin Medien, Militär und Wissenschaftler eine erbarmungslose Jagd auf Lucy beginnen…

Dem Leser gehen dieselben Gedanken wie den Protagonisten durch den Kopf:  Was macht ein Lebewesen zu einem Menschen? Kann eine Kreuzung aus einem Bonobo und einem Menschen unter die Menschenrechte fallen? Die Frage ist in Lucys Fall schwierig – denn die 16-Jährige sieht es aus wie ein ganz normales amerikanisches Mädchen, verfügt über eine gute Bildung und einen reichen Sprachschatz. Nur manchmal brechen ihre animalischen Anlagen durch: Wenn es gewittert, schwingt sie sich verängstigt in die Bäume. Und eine Banane vertilgt sie mit Schale.

Andersartigkeit und ihre Akzeptanz, dass ist das große Thema dieses Romans, ohne also philosophisch abgehoben zu sein. Besser lassen sich Unterhaltung und aktuelle Fragestellungen kaum verbinden.

Fazit: Schon die Inhaltsangabe liest sich spannend und macht neugierig. Gonzales erfüllt die Erwartungen auch weitgehend. Das einzige, was zu bemängeln wäre, ist die Vorhersehbarkeit der Handlung. Dennoch: Das Buch ist fesselnd, der Erzählstil von Laurence Gonzales trägt dazu bei.

Laurence Gonzales, „Lucy“

432 Seiten, 14.90 Euro. dtv premium, VÖ 1. Dezember 2011

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