Von Herzoginkartoffeln und dem Blauen Schweden ⭐️⭐️⭐️⭐️

Hier dreht sich alles um die tolle Knolle – um die Kartoffel. Kenntnisreich und schön gestaltet beweist „Das Kartoffel-Buch Schleswig-Holstein“, dass viele Köche nicht immer den Brei verderben.

Auf Gut Schirnau kennt man sich aus. Hier dreht sich alles um Sieglinde, Belana, den Blauen Schweden und andere tolle Knollen. Auf dem Hof nahe am Nord-Ostsee-Kanal werden Kartoffeln angebaut. Und es gibt eine Kochschule. Was lag da näher, als leckere Kartoffel-Rezepte dort zu kochen und zu fotografieren. 

Kunsthistoriker und Volkskundler lieferten die Texte, die Landfrauen die Rezepte, Sternekoch Dirk Luther wählte die besten aus und Steffi Brügge setzte die Gerichte gekonnt in Szene. Nicht zu vergessen Hans Hermann Storm, dessen historisches Fotoarchiv Landeszeitungs-Lesern bestens bekannt ist und der einige Bilder beisteuerte. Von Erich Thiesen stammen zudem lesenwerte Anmerkungen.  

Die tolle Knolle hat in Europa und auch in Schleswig-Holstein eine relativ junge Geschichte. Erst Ende des 18. Jahrhunderts setzte sich der Anbau des amerikanischen Imports vermehrt durch. Küchenhilfen, Schnapsideen und eine Übersicht über die wichtigsten Kartoffelsorten komplettieren das Buch. 

Fazit: Das Ergebnis ist eine gelungene Verbindung von Landesgeschichte und praktischem Nutzwert. 

Dr. Carsten Fleischhauer, Guntram Turkowski, Steffi Brügge, „Das Kartoffelbuch Schleswig-Holstein – Sorten,  Geschichten, Rezepte“

120 Seiten, 16.80 Euro, Wachholtz Verlag, VÖ 2. Mai 2012

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.