Wenn eine Ex-Ministerpräsidentin Märchen erzählt

Grimms Märchen wimmeln von verfolgten Unschuldigen, schönen, aber harmlosen Mädchen und hilflosen Kindern. Niemand fragt, ob es Spaß macht Stiefmutter hungriger Bälger zu sein, dumme Dinger vor Verführung zu schützen oder gegen eine Wand geworfen zu werden. Niemand? Doch: Heide Simonis hat es getan und endlich erzählen Hexen, Frösche und Rumpelstilzchen mal, wie es wirklich einmal war vor langer Zeit. Ganz schön respektlose Geschichten der ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin. Vor diesen Gestalten braucht sich keiner mehr zu fürchten! (Verlagsinfo)

Heide Simonis als Psychologin und die sieben Zwerge auf der Couch. Das ist witzig. Die Zeichnung steht als Sinnbild: Die ehemalige schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin hat die Märchen der Brüder Grimm gründlich untersucht und neu erzählt. Dieses Mal aus der Sicht der vermeintlich Bösen.

Da kommt dann der „Froschkönig“ zu Wort, der gar nicht begeistert darüber ist, nach dem Wandklatscher ein Prinz zu sein. Der Vater von „Hänsel und Gretel“ entpuppt sich als Feigling. Und „Frau Holle“ ist „Die Alte, schlecht gelaunt und verkniffen“, die eine billige Hilfskraft braucht, um sich einen gemütlichen Lenz zu machen.

Fazit

Diese Sicht auf die Märchen macht Spaß – zudem dazu die großartigen Cartoons von Steffen Butz kommen.

Heide Simons, „Alles Märchen! Insider packen aus“

160 Seiten, 24.90 Euro, Lutherisches Verlagshaus, VÖ 1. Juli 2013

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