„Ich habe einen schönen Platz zum Arbeiten und Leben gesucht und auf Nordstrand gefunden“

Interview mit Krimi-Autor Hannes Nygaard vom 16. September 2013

Hannes Nygaard (geboren 1949 in Hamburg) ist das Pseudonym von Rainer Dissars-Nygaard. Seine Krimis sind inzwischen fester Bestandteil der norddeutschen Krimi-Szene. Es gibt mehrere Reihen – so die Husumer Kripo um Große Jäger, Lüder Lüders vom LKA Kiel und seit 2009 Frauke Dobermann für das LKA in Niedersachsen.

Lesung von Hannes Nygaard in Husum. Foto: Wolfgang Henze

Herr Nygaard, sie veröffentlichen pro Jahr drei Bücher. Das zeugt von großer literarischer Produktitivtät. Wie erreichen Sie die?

Die Schriftstellerei ist ein Fulltime-Job wie andere Tätigkeiten auch. Da heißt es, konzentriert und organisiert zu arbeiten. Das hat durchaus Ähnlichkeiten mit meinen früheren Tätigkeiten als Betriebswirtschaftler und Unternehmensberater. Und man muss natürlich auch Spaß an der Sache haben, sonst geht es nicht.

Wie entdecken Sie ihre Themen?

Auch in dieser Beziehung gibt mein erstes Leben als Unternehmensberater so einiges her. Begegnungen mit anderen Menschen oder Meldungen in den Zeitungen sind ebenfalls gute Quellen für neue Geschichten und Krimis.

Sind Sie nicht besorgt, dass Ihnen irgendwann die Geschichten ausgehen?

Nein, eigentlich nicht. Unser Leben ist so bunt und vielfältig, die Zeit, in der wir leben ist voll von Ereignissen, über die zu schreiben mich reizt. Mein elektronischer Stapel der noch ungeschriebenen Bücher wird immer höher.

Sie schreiben Krimis mit norddeutschem Lokalkolorit, aber auch Bücher über Schiffsentführungen und Marine-Operationen wie in dem Buch „Fahrt zur Hölle“. Woher nehmen Sie die exakten und umfangreichen Detailkenntnisse?

Ich bemühe mich um strukturierte Einarbeitung in fremde Umgebungen und Themen. Und berate mich natürlich auch mit Fachleuten. Gerade Krimis sind eine echte Herausforderung. Da muss alles zusammenpassen, damit man nicht quasi als Notlösung auf den letzten Seiten einen Täter präsentieren muss. Der Leser merkt sehr schnell, ob eine Geschichte seriös vom Autoren entwickelt worden ist.

Was fasziniert Sie an Krimis, deren Handlung im ländlichen Raum spielt, wie beispielsweise in ihrem aktuellen Buch „Das Dorf in der Marsch“? 

Weil es dort keine großstädtischen Kettensägen-Massaker gibt, sondern Kriminalfälle, die man sogar unmittelbar in der eigenen Nachbarschaft ansiedeln könnte. Es ist schon reizvoll, komplexe Straftaten in einem kleinen Dorf oder auf dem platten Land anzusiedeln. 

Warum schreiben Sie überhaupt vorwiegend Krimis?

Na ja, das ist schon eine sehr populäre Form von Literatur, man erreicht damit viele Menschen, jedenfalls kann man sie dafür schneller begeistern als beispielsweise für Lyrik.

Sie stammen aus Hamburg, haben später lange in Nordrhein-Westfalen gelebt, wie sind Sie auf die Insel Nordstrand gekommen?

Ich habe einen schönen und ruhigen Platz zum Arbeiten und Leben gesucht, und auf Nordstrand gefunden.

Wann wird Ihr nächstes Buch erscheinen? Und welcher von Ihren Helden wird dort zum Einsatz kommen?

Im September erscheint „Auf Herz und Nieren“, in dem die Hannoveraner Hauptkommissarin Frauke Dobermann starke Nerven zeigen muss, als mehrere grässlich verstümmelte Leichen auftauchen. Im Frühjahr wird der Kieler Kriminalrat Lüder Lüders wieder ermitteln. In diesem Thriller werden dunkle Mächte an den Grundpfeilern unseres Landes rütteln. 

Mit Hannes Nygaard sprach Wolfgang Henze

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