Ostseesühne – der neunte Fall für Kommissarin Pia Korittki ⭐️⭐️⭐️⭐️

Als Pia Korittki mit ihren Ermittlungen in Lübeck begann („Kalter Grund“), steckte das Genre der Regio-Krimis noch in den Kinderschuhen. Inzwischen ist es der neunte Fall für die Lübeckerin.

Handlung

Pia Kriminaloberkommissarin im Kommissariat 1 der Bezirkskriminalinspektion Lübeck. Sie ist Mutter geworden, hat sich aber von Hinnerk, dem Vater von Sohn Felix,  schon vor der Geburt getrennt. Dennoch nimmt Hinnerk seine Vaterrolle ernst. Mit seiner Freundin Mascha lebt er in einem Reihenhaus.

Der Konflikt zwischen Mutterrolle und Ermittlungsarbeit zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.  Pia macht sich Gedanken über Rolle als Mutter, ist hin und her gerissen. Sie hat die Job-Stunden schon reduziert, aber sie plagen die Zweifel jeder berufstätigen Mutter: Kümmert sie sich ausreichend um Felix?

„Stimmte es? Lebte sie für Mord und Totschlag? Für den Thrill und die Herausforderung, dass die Bösen bestraft und die Guten letztlich Gerechtigkeit erfahren sollten?“

Zitat aus „Ostseefluch“

Der Fall führt Pia Korittki aufs Land, in die Nähe einer alten Turmhügelburg und auf einen einsamen Hof. „Der Röperhof, auf dem die Fuhrmanns lebten, lag etwas außerhalb des Dorfes an der Landstraße in Richtung Ostsee.“ Da dieses Mal junge Mädchen verschwinden und auf grausame Weise sterben, lässt sie dieser Fall nicht kalt. 

„Es war unmöglich, damit nach Hause zu gehen und so zu tun, als wäre der Job nur ein Job. Sie würde das Kopfkino, die Vorstellung, was das Mädchen in der Hölle erlebt hatte, nicht abstellen können.“

Gedanken von Pia Korittki in „Ostseefluch“

Lokalkolorit

Almstädt verwendet (leider) fiktive Ortsnamen, orientiert sich bei den Beschreibungen aber an realen Stätten. Ein bisschen schade, zumal manche Orte dann wieder mit ihren echten Namen erwähnt und beschrieben werden (Middelburg, Süsel, Eutin).

Vieles spielt sich in Lübeck ab. „…über den Giebeln der Altstadthäuser spannte sich ein leicht bewölkter Himmel. Sie nahm ihren Lieblingsweg An der Obertrave, der direkt am Wasser entlangführte, dann im Zickzack an der Petrikirche und am Puppenmuseum vorbei.“ Heiligen-Geist-Hospital, Engelsgrube, die Büros an den Mediadocks werden erwähnt. 

Fazit

Ein Krimi mit viel Lokalkolorit, aber im Vordergrund der Geschichte stehen die menschlichen Beziehungen. Und die führen zu einem ganz unerwarteten und sehr heftigem Ende. 

Eva Almstädt, „Ostseesühne“                                                  

368 Seiten, 8.99 Euro, Bastei Lübbe, VÖ 15. April 2014

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