Tödliches Geschäft mit dem Sex ⭐️⭐️⭐️⭐️

Das Autorenduo Rüskamp-Neubauer mag es erotisch. In ihrem Erstling „Tod am Strand“ waren es Fesselspiele in Aschau, dieses Mal geht es um das Geschäft mit der Erotik. 

Handlung

Auf Gut Ivenstedt bei Eckernförde gibt es eine Tote: Caroline von Iven, die Tochter des Hauses. Zuvor hatte die erfolgreiche Geschäftsfrau noch mit ihren Kompagnons und ausgewählten Gästen eine rauschendes Fest gefeiert. Die junge Adelige verdient mit Erotik ihr Geld:  Sie und ihre Partner inszenieren die Gemälde alter Meister nach – die Protagonisten sind allerdings unbekleidet. Nur Caroline trägt Dessous. Für diese sind die Bilder Werbung, die allerdings auf Facebook Kultstatus erreicht hat.

Die Todesumstände sind merkwürdig und die Gäste nicht ausfindig zu machen. Denn es war ein Maskenball, der auf dem Gut gefeiert wurde, die Namen sind geheim. Und so führt die Spur bis zu einem Kunsthändler nach Antwerpen. Auch die Rollen der Geschäftspartner – eines Fotografen und einer Designerin – sind suspekt. Gleichzeitig hat der Kommissar privaten Stress. Seine Partnerin Marlene möchte mehr Verbindlichkeit. Doch Rasmussen kann sich mal wieder nicht entscheiden. 

Lokalkolorit

Wer Gut Ivenstedt sucht, wird es nicht finden. Doch als Vorbild könnte Gut Altenhof vor den Toren Eckernfördes gedient haben. Ansonsten sind die Schauplätze in der Ostseestadt und Umgebung sind allerdings absolut authentisch: So geht es zum Kaffeetrinken ins „Cafe Lindauhof“, beim Überqueren der Kappelner Klappbrücke fällt der Blick auf das Ausflugsschiff „Wappen von Schleswig“  und die „Hutmacherin ihres Vertrauens“, zu der die Brix fährt, gibt es wirklich: Wer in Kiel schräg gegenüber vom Stadtmuseum Warleberger Hof Halt macht, findet hier bei „Hutmode Willers“ klassische, aber auch modische Kreationen.

Fazit

Schlüpfrige Details gibt es in diesem Buch nicht. Vielmehr werfen Ex-Staatsanwältin Margaret Brix und Kommissar Hans Rasmussen einen kritischen Blick hinter die Fassaden von Kunstszene, Adel und Geschäftemachern. Menschliche Abgründe statt Action – allerdings gibt es ziemlich viele Handlungsstränge, was manchmal verwirren kann. Aber eben auch jede Menge Lokalkolorit.  

                                                                                                                              

Arnd Rüskamp / Hendrik Neubauer, „Schlei-Diva“

336 Seiten, 10.90 Euro, Emons Verlag, VÖ 24. August 2014

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