Frauenroman über Liebe und Freundschaft

Gute Freundinnen sind immer füreinander da. Sie halten zusammen und haben keine Geheimnisse voreinander. Ist das wirklich so? Das ielst das zentrale Thema von „Apfelrosenzeit“ von Anneke Mohn.

Handlung

Sanne, Fritzi, Mona und Kirsten haben während ihrer Studentenzeit zusammen gelebt – in einem Backsteinhaus in der Kieler Kanalstraße, an dessen Wänden rosa Kletterrosen ranken. Es sind Apfelrosen, deren Hagebutten essbar sind. 

„Eine schöne, aufregende und prägende Zeit, an die Sanne gern und oft zurück dachte, obwohl all das mittlerweile so weit weg schien, als gehörte es zu einem anderen Leben.“

Das Haus gehörte der fünften im Bunde – Isa. Doch Isa ist tot, bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen und hat die Freundinnen als ihre Erbinnen eingesetzt. Jetzt sollen sie den Nachlass regeln. 15 Jahre sind vergangen. Jahre, in denen die Freundinnen nicht immer viel Kontakt zueinander hatten.

Das Wiedersehen macht deutlich, wie verschieden die Frauen sind. 

Sanne ist das Muttertier, seit vielen Jahren mit Robert verheiratet. Vor kurzem ist die Familie von Kiel in ein Dörfchen in der Holsteinischen Schweiz gezogen. Robert kommt spät heim, die Kinder gehen ihre eigenen Wege – und Sanne fühlt sich überflüssig.

Ganz anders ist Mona. Sie lebt in Hamburg-Ottensen, liebt das Leben und die Männer. Allerdings ist sie jetzt schon ziemlich lange mit einem verheirateten Mann liiert…

Kirsten dagegen ist verheiratet und wünscht sich Kinder. Sie ist Lehrerin und hält die perfekte Fassade aufrecht. Aber nicht bis zum Ende.

Fritzi wiederum hat sich von ihrem Mann getrennt, zieht ihre fünfjährige Tochter alleine groß und scheint ständig gehetzt.

Die einzelnen Kapitel sind jeweils mit dem Namen der Frau überschrieben, deren Sicht dann vorherrscht. Auf diese Weise erfährt die Leserin die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln. Denn beim Wiedersehen bekommen die Fassaden Risse. Und was an einem Abend ans Licht kommt, zerstört die gewohnten Ansichten voneinander. 

Lokalkolorit

Das Haus mit den Apfelrosen steht in der Kieler Kanalstraße, die parallel zum Nord-Ostsee-Kanal verläuft, kurz vor der Mündung in die Kieler Förde. Das entspricht den Tatsachen.

„Hier und da waren noch ein paar der pinkfarbenen Blüten zu sehen, die im Sommer so verschwenderisch dufteten, und die ganze Hecke war voll von roten Hagebutten. Dahinter erhob sich das schmale Backsteinhaus mit dem geschwungenen Giebel…“ Von der Kanalstraße aus mussten die Freundinnen mit der Fähre auf die andere Kanalseite übersetzen, wo sich die Universität befindet. Wer diese Ecke Kiels nicht kennt, dem sei ein Besuch empfohlen >> Link.

Autorin

Anneke Mohn lebt mit ihrer Familie in Hamburg und ist auf Facebook aktiv.

Fazit

„Apfelrosenzeit“ ist ein Frauenroman über Liebe und Freundschaft, über Begegnungen und Gedanken, wie viele Frauen sie kennen. Es ist ein Buch das nachdenklich stimmt, aber auch viele heitere Momente bietet. Schöne Lektüre zum Abtauchen.

Anneke Mohn, „Apfelrosenzeit“

320 Seiten, 9.99 Euro, rororo, VÖ 19. Dezember 2014

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