Historisch gut, ohne Sozialromantik ⭐️⭐️⭐️

Martin Luther hat zur Reformation aufgerufen, die Hamburger sind ihm gefolgt – eine neue Zeit bricht an. Das gilt auch für Reimare Hogenstraat: Sie war Nonne, jetzt ist sie nur noch eine Jungfer ohne den Schutz des Ordens, ohne den vertrauten Halt ihrer Gemeinschaft, ohne das Reglement des alten Glaubens. All ihrer Aufgaben beraubt, muss sie ihr Leben neu ordnen, einen neuen Sinn finden. Ist eine Heirat die Lösung? Die wohlhabende Witwe Anna Bünnfeld unterstützt ihre jüngere Schwester nach Kräften. Auch sie sucht ihren Weg in dieser unsicheren Zeit. Ein Testament muss geschrieben, ihr Vermögen neu geordnet werden – gilt es, selbst darin neuen Werten zu folgen?Beide Schwestern stehen vor der Entscheidung ihres Lebens … (Verlagsinfo)

Dass es in Hamburg einmal Klöster gab, ist fast vergessen. Wie überall in Deutschland oder Europa dienten sie dazu, Töchter aus gutem Hause aufzunehmen – um der Familie einen Verbindung zu Gott zu gewährleisten oder um den Lebensunterhalt der Frauen zu sichern, wenn sie keine Ehe eingehen konnten.

Als das Hamburger Kloster aufgelöst wird, verlieren die Nonnen ihre Heimat. Was das für die Frauen bedeutet, hat Autorin Oelker eindrucksvoll beschrieben. Ebenso wie sie deutlich macht, dass es bei der Frage Evangelisch oder Katholisch oftmals auch nur um Macht ging – weniger um Glauben. 

Fazit

Die Details zu diesem historischen Buch sind sehr gut recherchiert. Es ist zwar nicht sehr umfangreich, aber zeigt die damaligen Zustände sehr aufschlussreich und anschaulich – vor allem ganz ohne jede Sozialromantik. Aber nur drei Sterne, weil es sich ein bisschen mühsam liest.

Petra Oelker, „Zwei Schwestern: Eine Geschichte aus unruhiger Zeit“

176 Seiten, 12 Euro, Rowohlt, VÖ 24. März 2017

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