Eine berühmte italienische Buchhandlung

Mit ihrer kleinen Buchhandlung am Stadtrand von Mailand hat sich Nina einen Traum erfüllt. Und seit sie eine besondere Idee hatte, ist ihr Laden zu einem beliebten Treffpunkt geworden: Jeder Kunde kann ein Buch, das für ihn eine große Bedeutung hat, dem zufällig nächsten Kunden schenken. Auch wenn das Buchgeschenk anonym ist, entstehen auf diese Weise Freundschaften, ja sogar Liebespaare finden sich. Nur Nina selbst ist einsam, wenn sie abends die Türen ihrer Buchhandlung schließt. Bis eines Tages ein junger Musiker in einer Matrosenjacke in ihren Laden kommt und Nina eine Kiste voller antiquarischer Bücher bringt … (Verlagsinfo)

Über die Autorin

Cristina Di Canio, Jahrgang 1984, hat sich 2010 einen Traum erfüllt und in Mailand die Buchhandlung „Il mio libro“ eröffnet, die heute eine der bekanntesten unabhängigen Buchhandlungen Italiens ist. Berühmt ist ihre Initiative „Il libro sospeso“, bei der sich Kunden anonym Bücher schenken.

Damit hat die Geschichte einen wahren Hintergrund.

Das Buch

Die Formulierung, dass durch ihre Verschenkmethode Liebespaare zueinander führt, ist allerdings etwas weit gegriffen. Viel mehr ist es so, dass ihre Buchhandlung die verrücktesten Menschen anzieht. Ob das wohl an der Wandfarbe Lila liegt?

Mit dieser Farbe ist die Buchhandlung tatsächlich gestrichen. Davon kann man sich im Internet überzeugen und beim Facebook-Auftritt der Buchhandlung. Die Autorin hat 2010 ihre Buchhandlung „Il mio libro“ eröffnet und sich damit einen Traum erfüllt. Ihre Aktion „Il Libero sospeso“ hat sie bekannt gemacht. Angelehnt ist diese an die Sitte, zwei Kaffee zu bezahlen und nur einen zu trinken. Jemand, der wenig oder kein Geld hat, kann dann nach einem „cafe sospeso“ fragen.

Was Di Canio über den Wandlung in dem Mailändischen Stadtviertel erzählt, bringt uns ein Stück Italien näher. 

Auch der Gedanke, eine Beobachterin erzählen zu lassen, ist gut. Allerdings fragt man sich eine lange Zeit, warum? Denn daher gibt es zwei sehr verschiedene Erzählstränge. Erst am Ende erschließt sich, was sie miteinander zu tun haben.

Fazit

Die Idee, mit der die Autorin ihre Buchhandlung betreibt, ist ungewöhnlich und nachahmenswert. Auch die Idee der Handlung ist vielversprechend. Allerdings zeigt sich, dass ein leidenschaftlicher Leser nicht unbedingt ein guter Autor ist. Die Passagen, die sich mit Büchern beschäftigen, überzeugen. Die Rolle der Erzählerin bleibt lange verwirrend und unklar. 

Mich hat das Buch nicht restlos überzeugt, was aber niemanden abhalten sollte, trotzdem zu dieser Lektüre zu greifen. 

„Die Buchhandlung der Träume“, Cristina Di Canio (Übersetzung: Ingrid Ickler) 

208 Seiten, 15 Euro, Goldmann TB, VÖ 21. Mai 2018

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