Über den Rückzug auf ein altes Segelboot

Marc Bielefeld zog es schon immer an die See. Mit Mitte vierzig reduziert er seinen Besitz auf dem Festland auf ein Minimum und verlagert seinen Lebensmittelpunkt auf ein altes Segelboot: Er tauscht die Hektik der Großstadt gegen Wellen, Wind und weiten Horizont. Das Boot bietet gerade so viel Platz wie unbedingt nötig, doch für Marc Bielefeld gibt es keinen besseren Ort, um zu leben und zu arbeiten. Frei und ohne Ballast. 
Ferienlektüre und ideales Geschenk für Meeressüchtige und alle, die ihre Träume leben wollen. (Verlagsinfo)

Zeit gewinnen, „downshiften“, das ist angesagt. Marc Bielefeld (Jahrgang 1966) ist ein beruflich erfolgreicher Journalist (Zeit, mare, Yacht). Aber mit Mitte Vierzig geht er einen Schritt zurück. Er reduziert seinen Besitz und zieht sich auf ein altes Segelboot zurück. „ Ich wollte weg vom Irrsinn der Büros, vom Gekreische der Stadt“, sagt er. Statt dessen blickt er in den Himmel, lauscht den Möwen und dem Knatschen der Festmacherleinen. Vollgestopft erscheinen ihm nun die Wohnungen an Land. Bielefeldt segelt auf Nord- und Ostsee, geht in den Häfen nur für kurze Zeit online, arbeitet vom Boot aus. Seine Gedanken, Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen schilderte er eindringlich und ganz unaufgeregt. 

„Das Schiff ist von innen nicht besonders groß, so manches Badezimmer in einer Stadtwohnung zählt mehr Quadratmeter. Doch statt gegen eine Zimmerdecke blicke ich meistens in den Himmel. Wolken, Regen, Hagel, Sonne. Seevögel, Möwen. Keine Grenze, kein Lärm. Abends brennen die Petroleumlampen in der Kajüte. In den Nächten knatschen die Festmacherleinen wie ein gemütlich schnarchender Opa.“

Marc Bielefeld, „Wer Meer hat, braucht weniger“

272 Seiten, 10.99 Euro, Heyne, VÖ 1. Dezember 2018 ( Erste VÖ Ludwig Buchverlag, 22. Apri 2013)

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