Ein Brückenbauer: Arno Surminski

Keiner beschreibt das Leben in Ostpreußen vor und während des Krieges mit mehr Anteilnahme und dennoch unsentimental als Arno Surminski. Aber der Autor ist auch bei anderen Thematiken ein großartiger Beobachter und Erzähler mit feinem Humor. Vor allem aber: Er ist kein Revanchist, sonder ein Brückenbauer zwischen dem heutigen Deutschland, dem alten Ostpreußen und dem heutigen Polen.

Geboren wurde Arno Surminski am 20. August 1934 in Jäglack bei Drengfurth/Ostpreußen. Er lebt in Hamburg. Seinen Lebenslauf kann man an zahlreichen Stellen im Internet nachlesen.

Eine Anzeige für 100 Mark veränderte sein Leben, schrieb die Deutsche Presse Agentur (dpa) im Jahre 2014 in einem Artikel zum 80. Geburtstag des Schriftstellers. „Ungewöhnliches Manuskript über Ostpreußen sucht einen Verleger“, lauteten die Zeilen. Von sechs Verlagen erhielt Arno Surminski, der bis dahin in der Rechtsabteilung einer Hamburger Versicherungsgesellschaft arbeitete, eine Antwort. Eine kam vom renommierten Hoffmann & Campe Verlag.

„Sie schrieben mir eine wunderbare Erwiderung, lobten das Buch über den grünen Klee“, erinnert sich der Autor, als er im Jahr seines 80. Geburtstages in Nortorf zu Gast war. Der Verlag wollte jedoch seinem Autor Siegfried Lenz keine Konkurrenz machen. „Das Schreiben war jedoch so gut, dass ich damit woanders hausieren gehen konnte.“ Und so erschien sein erster Roman 1974 in einem Stuttgarter Verlag. Mit dem großen Erfolg von „Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?“ hatte Arno Surminski nicht gerechnet. 

Interview mit Arno Surminski in seiner Wohnung in Hamburg. Foto: Michael Bock

Aus Anlass des 85. Geburtstags des Schriftstellers Mitglieds Arno Surminski hatte dann das Ostpreußische Landesmuseum zu einer Festveranstaltung unter dem Motto „Der lange Weg von Jokehnen nach Hamburg“ eingeladen. Freunde und Bekannte des Ehrengastes, ausgewählte Leser aus nah und fern tragen Auszüge aus Surminskis Romanen und Erzählbänden vor. 

Ich traf Arno Surminski zum ersten Mal 1992 in Hamburg, nachdem ich „Jokehnen“ gelesen und in Polen nach Jäglack gesucht hatte. 2014 besuchte ich dann eine Lesung in Nortorf. Ich habe zahlreiche seiner Bücher gelesen – und bin jedes Mal wieder fasziniert von seinem Erzählstil: frei von Vorurteilen und mit leisem Humor.

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