Anke Gebert: Wo du nicht bist ⭐️⭐️⭐️⭐️

Über die Kraft der Liebe

Im Berlin der späten 20er Jahre arbeitet Irma Weckmüller als Verkäuferin im KaDeWe und sorgt allein für sich und ihre Schwester Martha. Doch Irmas Leben ändert sich grundlegend, als sie den charmanten Arzt Erich Bragenheim kennenlernt. Sie fühlt sich sofort zu ihm hingezogen und kann ihr Glück kaum fassen, als Erich ihre Gefühle erwidert. Zwischen den beiden entwickelt sich eine innige und tiefe Liebe. Doch mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus sind sie schon bald ­großer Gefahr ausgesetzt, denn Erich ist Jude. Nach dem Krieg: Erich wurde ermordet, Irma bleibt allein zurück. Doch sie ist noch immer entschlossen, seine Frau zu werden … (V)erlagsinfo)

Die Geschichte klingt unglaublich. Und doch wurde Anke Gebert von einer wahren Begebenheit inspiriert. Nach dem Krieg kämpft Irma Weckmüller darum, ihren (toten) Geliebten heiraten zu dürfen.

Anke Gebert lernte durch einen Zufall Verwandte von Irma kennen. Das Ehepaar Schimmel hatte in einem alten Koffer den Nachlass ihrer Tante Irma gefunden. „Frau Schimmel erzählte mir von ihren Erinnerungen an sie und was sie mithilfe der Dokumente und Fotos herausgefunden hatte“, berichtet Anke Gebert in einem Interview. Am Ende des vertraute die Nichte  den Nachlass ihrer Tante der Autorin zur Sichtung an. „Dafür bin ich bis heute sehr dankbar“, so Gebert.

„Dass eine Frau jahrelang so sehr darum kämpft – und es schließlich sogar erreicht – ihren Verlobten post mortem zu heiraten, hat mich fasziniert.“

Die Nichte von Irma Weckmüller hat den Nachlass ihrer Tante der Autorin zur Sichtung überlassen. So beruht der Kern des Romans auf Tatsachen, es gibt auch Fotos von dem Paar. Einige Handlungen der Hauptpersonen sind allerdings erfunden, denn zu wenig ist über die tatsächliche Irma bekannt. Doch das schmälert die Faszination dieses Themas und seiner Umsetzung keineswegs.

Fazit

Entstanden ist eine ganz besondere Geschichte über die Kraft der Liebe. 

„Wo du nicht bist“, Anke Gebert

 296 Seiten, 24 Euro, Pendragon, VÖ 19. Feb. 2020

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