Ein Treffen mit den Sylt-Expertinnen

Sina Beerwald, Gabriella Engelmann und Gisa Pauly schreiben Bücher, die sich gut verkaufen, alle auf Sylt spielen und doch ganz unterschiedlich sind. Auf der Nordseeinsel treffen sie sich regelmäßig zu Trio-Lesungen – wenn nicht gerade Corona das kulturelle Leben lahmlegt hat.

München, Münster und Stuttgart – das sind die Geburtsorte der Sylt-Expertinnen. Aber sie lieben den Norden. So sehr, dass die Schwäbin Sina Beerwald mit zwei Koffern nach Sylt zog – und blieb. Auf der Insel trifft sie sich regelmäßig mit ihren Kolleginnen Gabriella Engelmann und Gisa Pauly. Dann steht eine Trio-Lesung auf dem Programm. In den vergangenen Monaten mussten diese allerdings ausfallen. Umso glücklicher sind Autorinnen, dass jetzt wieder ein gemeinsamer Auftritt auf der Lieblingsinsel der Deutschen ansteht. >> Triolesung siehe Termine

Bei einer Lesung habe ich die Drei vor einigen Jahren kennengelernt. Allerdings in Hamburg, nicht auf Sylt. Damals haben sie mir erzählt, was sie an der Nordseeinsel fasziniert. „Ich mag die friesische Mentalität“, erklärt Gabriella Engelmann. „Da wird nicht so viel rumgelabert. Es heißt ‚Jo’ – und dann läuft es.“ Aber es irritiert sie doch, dass sich Friesen nie die Hand geben. „Wieso?“, fragt Sina Beerwald. „Moin genügt doch.“

Gisa Pauly: Nordfriese trifft Italienerin

Wenn Menschen dagegen mehr Worte machen, kann es interessant werden. Sowie bei den „Mamma Carlotta“-Krimis von Gisa Pauly. „Ich wollte zwei unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen lassen“, erklärt sie die deutsch-italienische Kombination. Sylt kannte die Autorin von Familienurlauben, daher fiel ihre Wahl auf die Insel als Tatort. Doch Pauly (Jahrgang 1947) liebt auch Italien – „die Sprache, das Wetter, die Leute“, erklärt sie temperamentvoll. Wenn eine italienische Mamma einem wortkargen friesischen Kriminalbeamten hilft, hat das seinen ganz eignen Charme („Die Tote am Watt“). Und der katapultiert die Bücher regelmäßig in die Bestseller-Listen.

Gabriella Engelmann: Romantische Romane

Auch Gabriella Engelmann (Jahrgang 1966) kennt die Promi-Insel seit Langem. Seit ihrem 14.Lebensjahr lebt die gebürtige Münchnerin in Hamburg; von dort geht es mindestens viermal jährlich nach Sylt. Natürlich stöberte sie bei einem dieser Aufenthalte in den Insel-Buchhandlungen. Dabei fiel ihr auf: Es gibt viele Sylt-Krimis. Aber was lesen Frauen, die etwas fürs Herz möchten? Die Expertin für romantische Fälle schrieb also „Inselzauber“ und die Fortsetzungen. Doch eigentlich ist die Romantik-Expertin ein großer Föhr-Fan und ist auch hier oft zu Gast – durchaus auch außerhalb der Hochsaison.

Sina Beerwald: Historisches über Sylt

Der Winter auf den Nordseeinseln ist nicht jedermanns Sache. Daher kann es Sina Beerwald den Syltern nicht verdenken, dass sie Neubürgern gegenüber erst einmal verschlossen sind. „So viele kommen und gehen wieder.“ Die Schwäbin ist geblieben, hat die langen Wintermonate überstanden. Was gar nicht so einfach ist, wenn der einzige Bäcker im Ort für einige Monate schließt. „Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl.“

Sie hat sich zur Inselkennerin entwickelt, ist stolz darauf, dass sie in „111 Orte auf Sylt“ so manches Kleinod aufgenommen hat, das selbst langjährigen Inselfans unbekannt ist. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum das Buch innerhalt einer kurzen Zeit bereits eine zweite Auflage erlebte. Die Schattenseiten der beliebten Nordseeinsel verschweigen die Autorinnen nicht. Das Immobilienproblem hat Pauly durch Mamma Carlotta thematisiert. Beerwald hat die Thematik mit Humor in ihren Möwenkrimis verpackt. Die ersten Abenteuer der tierischen Freibeuter waren so erfolgreich, dass in ein zweiter Banderschienen ist, in dem Möwen-Scheff Ahoi ein schönes Nest für seine Angebetete gebaut hat … 

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