Literatur Bistro: Treffpunkt für Bücherfreunde in Todenbüttel

Sie nennen sich Lesekreis, Literatur Café oder -Bistro. Es gibt zahlreiche Treffpunkte für Leseratten, in denen Bücher vorgestellt und besprochen werden. Einer davon ist das das Literatur-Bistro in Todenbüttel (Kreis Rendsburg-Eckernförde).

Die Veranstaltung in Todenbüttel kann eine beachtliche Tradition vorweisen. Das 25-jährige Bestehen wurde im Juli 2016 groß gefeiert. Inzwischen lädt das Bistro seit 30 Jahren einmal im Monat zu einem Treffen ein. Allerdings mit einer langen Pause: Corona hatte die Veranstalter zu einem mehrmonatigen Stillstand gezwungen. Doch jetzt, im Oktober 2022, findet die zweite Veranstaltung nach der Pandemie statt.

Termin
Jeden ersten Montag im Monat, Haus im Kirchengrund (Kirchengemeinde Todenbüttel).
Im Winterhalbjahr (Oktober bis März) um 14.30 Uhr, im Sommerhalbjahr (April bis September) um 19.30 Uhr. Einladungen einige Tage zuvor per Mail. Man kann sich registrieren lassen unter unter LiteraturBistro@gmx.de. 
Der Eintritt ist frei, wer mag, gibt eine kleine Spende.

An die 20 Gäste aus der großräumigen Umgebung kommen jeden Monat nach Todenbüttel. Mal mehr, mal weniger. Das Programm war und ist umfang- wie abwechslungsreich. „Arabische Märchen“ von Salim Alafenisch wurden ebenso vorgestellt wie „Wüstenblume“, die Biografie des Models Waris Dirie. Ein Klassiker wie „Der Leopard“ von Lampedusa gehörte zum Programm, aber auch ein moderner Bestseller wie „Der Schwarm“ von Frank Schätzing.

Entstehung
Im Juni 1991 rief Pastorin Kirsten Fehrs, zuständig für die Erwachsenenbildung der Kirchengemeinden der südlichen Region des Kirchenkreises Rendsburg, dazu auf, im Bereich der offenen Bildungsarbeit ein Literaturcafe zu etablieren. Regelmäßig an einem Abend im Monat sollte jemand ein für ihn interessantes Buch vorstellen

Es ist üblich, dass ein Mitglied des Bistro-Zirkels oder ein Gast ein Buch vorstellen. Die Mitglieder beginnen ihren Vortrag mit der Vorstellung des Autors, tragen anschließend den Inhalt vor, teilweise in den Worten des Autors, teilweise mit großen Seitensprüngen. Autoren-Besuche wie von Schriftsteller Günter Kuhnert, Krimiautor Harald Jacobsen oder der Schriftstellerin Stefanie Viereck waren Ausnahmen und Höhepunkte.

Gerd Menzel und Margrit Frank. Foto: Sopha

„123 Buchvorstellungen, 44 Lebensbilder, fünf Literaturverfilmungen, 12 Zwölf Rätsel-Bistros mit über 70 angelesenen Büchern – das sind Zahlen, die sich niemand merken muss, aber sie zeigen, welche Bedeutung unser Literaturbistro für die Kulturszene im Norden hat.“ 

Gerd Menzel

Gerd Menzel war über viele Jahre die treibende Kraft des Literatur-Bistros, bis er 2019 die Verantwortung an Margrit Frank und Ulrike Welte übertrug. „Zwölf Jahre sind genug“, meinte der 85-Jährige damals. Margrit Frank aus Embühren ist gelernte Buchhändlerin und war bis zum Jahr 2000 Inhaberin der Coburg’schen Buchhandlung in Rendsburg. 

Anschließend hat sie in der Bibliothek der Fachhochschule Kiel in Osterrönfeld gearbeitet. Gemeinsam mit Ulrike Welte aus Beringstedt sorgt die 68-Jährige dafür, dass der Betrieb im Literatur-Bistro jetzt nach Corona weiter geht.

Die Fahrbücherei im Kreis Rendsburg-Eckernförde versorgt Bücherfreunde auf dem Land mit Literatur.
Foto: Sopha

Sie selbst begeistert sich für ein breites Spektrum und holt „Die Pfaueninsel“ von Thomas Hettche aus dem Regal. Das Exemplar hat einen blau-schillernden Einband. Ein schönes Buch. Als ehemalige Buchhändlerin liegt ihr der Handel am Herzen. Sie möchte die Menschen motivieren, Lektüre zu kaufen – oder in den öffentlichen Büchereien auszuleihen. „Es ist gut, dass wir diese Institutionen und auch die Fahrbücherei in Deutschland haben.“

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