Anne Blum: Hasen feiern kein Weihnachten ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Weihnachten im Titel, ein Hase im Bild – das ist witzig.

Weihnachtsfans und Weihnachtshasser passen einfach nicht zusammen: Dieser Erkenntnis muss sich Tessa kurz vor dem Fest der Liebe stellen. Seit Jahren verbringt sie Weihnachten ihrem Freund Ole zuliebe an den Stränden Thailands, doch diesmal kommt alles anders: Kurz vor Heiligabend und dem Abflug nach Bangkok zerbricht ihre Beziehung mit einem Paukenschlag. Notgedrungen und um den Herzschmerz zu vergessen, verbringt Tessa die Feiertage bei ihrer liebevoll-verrückten Familie auf dem platten norddeutschen Land. Hier in Kappeln warten Weihnachtslieder singende Gartenzwerge, Lametta, Bratäpfel am Kachelofen sowie eine Riesenportion Trost und Liebe, aber auch der übliche Stress mit den beiden Schwestern. Dann steht auch noch Ole reumütig vor der Tür und will Tessa zurück. Doch ein sehr viel größeres Problem in ihrer Familie öffnet Tessa bald die Augen dafür, was wirklich zählt im Leben. (Verlagsinfo)

1963 Flensburg geboren, aufgewachsen in Süderbrarup und Kappeln, kennt die Autorin die Gegend, in der ihre Protagonistin Tessa Weihnachten feiert. Anne Blum (ein Pseudonym) hat als freie Radiojournalistin gearbeitet und als ausgebildete Drehbuchautorin mehrere erfolgreiche Komödien für das Fernsehen geschrieben.

Buch mit Lokalkolorit

Anne Blum lebt in Berlin, wo sie als Ausgleich zum Schreiben, aber auch zur Inspiration für neue Geschichten gerne schwimmt und Spaziergänge macht, Improtheater und Klavier spielt, im Chor singt oder Keramik kunterbunt anmalt. Sie hat mir ihrer Heldin Tessa zwei Dinge gemeinsam: Auch sie liebt Weihnachten und ihre norddeutsche Heimat. (Quelle: Verlag)

Eigentlich mag Tessa Weihnachten:

„Ich liebe diese Zeit, wenn überall die Weihnachtsbeleuchtung an ist, ich liebe Braune Plätzchen und vermisse den sagenhaften Stollen meiner Mutter und unsere Gutzeit’schen Bratäpfel am Abend vor Weihnachten.“ 

Allerdings hat das Fest im Familienkreis auch Tücken und so erlebt Tessa Szenen, wie sie wohl fast jeder schon beim Weihnachtsbesuch im elterlichen Haus erlebt hat – liebevoll und manchmal mit einem leichten satirischen Touch geschildert vermeiden sie Klischeeoverkill. Es gibt auch viel Lokalkolorit, angenehm eingestreut: „Als der Zug jetzt über die Schleibrücke bei Lindaunis fuhr, schlug Tessas Herz höher, wie immer, wenn sie die Schlei erblickte.“

Fazit

Weihnachtsromane sind manchmal schnulzig. Dass es gefühlvoll, aber realitätsnah mit einer Prise Witz geht, das beweist Anne Blum. Einer meiner Weihnachtsbuch-Favoriten.

„Hasen feiern kein Weihnachten“, Anne Blum

240 Seiten, 9 Euro, Berlin Verlag TB, VÖ 4. Oktober 2016

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