Portugal-Bücher: Verbecherjagd an der Algarve, in Lissabon und Porto

Teil 1: Bücher von deutschen Autorinnen und Autoren ▪️

Sonne, entspannte Menschen, gutes Essen. Portugal ist eine sehr beliebte Touristendestination und bei deutschen Auswanderern angesagt ebenso wie bei deutschen Autorinnen und Autoren. Krimis aus Portugal haben in den vergangenen Jahren große Beliebtheit erlangt. 2022 ist Portugal Partnerland der Leipziger Buchmesse, die leider nur im Corona-Modus stattfindet. Für uns Anlass, etwas über das Leben an der Algarve und die Literatur zu schreiben – über jene, die von deutschen Autoren stammt, die zum Teil in Portugal leben (Teil 1) und jene von portugiesischen Schriftstellern (Teil 2) sowie über Reiseführer (Teil 3).

Leander Lost – ein besonderer Kommissar aus Deutschland

Als einer der ersten deutschen Ermittler in Portugal betrat im Jahre 2016 Henrik Falkner die Szene. Die Bestsellerlisten stürmte jedoch ab April 2018 ein autistischer Kommissar aus Hamburg.

„Lost in Fuseta“: Wer oder was ist in Fuseta verloren gegangen? Und wo liegt Fuseta? Das waren die ersten Gedanken, die mir bei diesem Titel durch den Kopf schossen, da ich ihn auf Englisch gelesen habe. Inzwischen weiß wohl fast jeder, wer Leander Lost ist, der für ein Austauschjahr von Hamburg nach Fuseta an der Algarve kommt.

„Lasst uns die Besten austauschen“ – so hatte es in der Broschüre von Europol gestanden. Doch schon bald gibt der merkwürdig gekleidete Lost seinen portugiesischen Kollegen Rätsel auf: Warum spricht er schon nach drei Wochen Sprachkurs fließend Portugiesisch – und versteht dennoch keinen ihrer Witze? Warum starrt er die Menschen so komisch an – und ist dennoch von so rührend-altmodischer Höflichkeit? (Lost in Fuseta)

Leander Lost ist Autist. Daraus ergeben sich besondere Situationen. Mit jedem Buch wird Lost mehr und mehr ein Teil des Teams. Sympathische Charaktere und kenntnisreiche Schilderungen von Land und Leuten machen den Reiz dieser Serie aus, deren fünfter Band im April 2022 erscheint.

Inzwischen werden auch die meisten wissen, wer Gil Ribeiro ist. So portugiesische der Name auch klingt, dahinter verbirgt sich der deutsche Autor Holger Karsten Schmidt, der durch Zufall an der Algarve landete und den es seitdem immer wieder in das Küstenstädtchen Fuseta an der Ost-Algarve zieht. Dort kam ihm auch die Idee zu dem Krimi.

Sympathische und neugierige Journalistin

Etliche Kilometer westlich von Fuseta im Hinterland liegt Alcoutim. Hier lebt seit einigen Jahren Bettina Haskamp. Die Journalistin und Autorin genießt die Abgeschiedenheit eines Gehöfts im Grünen mit Mann und Tieren. Unter dem Pseudonym Carolina Conrad hat sie im April 2018 ihren ersten Kriminalroman veröffentlicht. Sie kennt die Schauplätze ihrer Krimis und so vermittelt sie Portugal-Feeling, interessante Details und auch Sprichwörter. Mit der Deutsch-Portugiesin Anabela Silva (eine ehemaligen Journalistin und Übersetzerin) hat sie eine überaus sympathische Figur geschaffen, die sie mit dem Krimi „Mord an der Algarve“ einführt und die inzwischen ihren vierten Fall gelöst hat („Stürmische Algarve“).

Ein Ex-Polizist in Lissabon

Auch Luis Sellano ist kein Portugiese, wie der Name vermitteln will, sondern ein Deutscher. Der Autor ist ein Fan von Lissabon und siedelt seine Krimis daher in der portugiesischen Hauptstadt an. Hierin verschlägt es im ersten Band „Portugiesisches Erbe“ den Ex-Polizisten Henrik Falkner. Dieser hat von seinem Onkel ein Antiquariat der besonderen Art geerbt und befindet sich schon kurze Zeit nach seiner Ankunft im Kampf gegen das Verbrechen. Der inzwischen siebente Band, „Portugiesisches Gift“, erscheint im April 2022.

Ermittlungen in Porto

Und was verbindet Mario Lima mit den bisher genannten Autoren? Richtig ­– auch er ist Deutscher. Allerdings lebt er schon seit mehreren Jahren auf der iberischen Halbinsel und spricht anscheinend auch die Landessprache, denn Texte seiner Hompage sind auch auf Portugiesisch verfasst. Bei ihm steht Inspektor Fonseca von der Mordkommission Porto im Mittelpunkt von inzwischen drei Büchern.

Drei Frauen – drei unterschiedliche Krimis

Die Wurzeln von Claudia Santana liegen in Hamburg. Und sie lebt im schleswig-holsteinischen Norderstedt. Allerdings ist sei mit einem Portugiesen verheiratet. Ihre Krimis spielen in seiner Heimatstadt Sines.

Ebenfalls mit einem Portugiesen verheiratet ist Catrin Geoge Ponciano. Mit „Leiser Tod in Lissabon“ hat sie ihren ersten Krimi geschrieben. Aber sie ist auch auf Pessoas Spuren durch Lissabon gewandelt und hat im Emons-Verlag zwei Reiseführer über ihre Wahlheimat veröffentlicht.

Die Weltenbummlerin Heidi van Elderen hat einige Jahre im Alentejo gelebt, wo auch ihre Krimi-Serie um das Polizeischwein Raquel angesiedelt ist. Band drei der „saustarken Krimireihe aus Portugal“ ist im März 2022 erschienen.

Entspanntes Leben in Portugal. In Straßencafés treffen sich Einheimische wie Touristen. Foto: Sabine Sopha

Autorinnen, die in Portugal leben

Neben Catrin George Pocanino sind mit Christina ZackerAnnegret Heinold, Agnes Johanna Flügel und Henrietta Bilawer weitere Autorinnen mit deutschen Wurzeln in Portugal tätig. Zacker und Heinold schreiben unter anderem Reiseführer. Agnes Johanna Flügel hat in Schleswig-Holstein eine Imkerei betrieben, bis ihre Leben eine ganz neue Bahn einschlug, wovon sie in „One-Way-Ticket nach Lissabon“ berichtet.

Henritetta Bilawer ist Dozentin für Sprachen, Übersetzerin und freie Journalistin – und eine profunde Kennerin des Landes. Sie versteht es, hochinteressant zu berichten. Von ihrem Facebook-Auftritt durfte Mee(h)r-Lesen mit ihrer Erlaubnis Texte über portugiesische Autoren (Teil 2 dieser Serie) übernehmen. 

Unter dem Tag „Portugal“ sind auf der Webseite alles Bücher zu finden, die einen Bezug zu dem Land haben.

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