Rezension – Constanze Wilken: Das Rosencottage

Bewertung: 3 von 5.

Die junge Künstlerin Kirsty Paterson schlägt sich in Edinburgh mühsam mit verschiedenen Jobs durch. Doch dann stirbt ihre geliebte Großmutter Fiona und vererbt Kirsty ihr Rosencottage auf der malerischen Insel Tiree. Mit dem Haus verbindet Kirsty die glücklichsten Sommer ihrer Kindheit. Ihre Großmutter hat jedoch eine Bitte an das Erbe geknüpft: Kirsty soll das Verschwinden von Fionas Kinderfreundin Livie vor vielen Jahren aufklären. Schon bald löst sie mit ihrer Spurensuche schicksalhafte Ereignisse aus und trifft auf den undurchschaubaren, aber attraktiven Schriftsteller Finlay. (Verlagsinfo)

 

Der Titel weckt Erwartungen

Cottage und Rosen – diese Kombination lässt eine Liebesgeschichte vermuten. Doch die gibt es nur bedingt. Aber warum hat der Verlag nur diesen Titel gewählt? Ich kann es mir denken. Ein Cottage verkauft sich gut. Es gibt unzählige Bücher, die es im Titel führen und auf dem Cover abgebildet haben.

Definition

Ein „Cottage ist ein auf den Britischen Inseln gebräuchlicher Überbegriff für alte, zumeist kleine Häuser, die größtenteils in ländlichen Gegenden zu finden sind und sich durch eine traditionelle Bauweise mit historischen Bauelementen auszeichnen. Charakteristisch für Cottages sind etwa Strohdächer, Schieferdächer, Holztüren, Holzfensterrahmen, Fachwerk, Natursteinmauern, seltener auch roter Backstein oder Kalkputz. Typische Merkmale für das Innere eines Cottage sind niedrige Decken, freiliegende Deckenbalken, Holzfußböden oder offene Kamine. Dem Cottage ist typischerweise ein „Cottage Garden“ angeschlossen: ein kleiner, überwachsener Garten, in dem sich heimische Zier- und Nutzpflanzen oft frei ausbreiten dürfen“. (Wikipedia)

Wir verbinden damit also gemütliche, alte Häuschen mit einem romantischen Garten. Das assoziiert dann wiederum, dass die Geschichte, die hier spielt, ebenso romantisch ist. Vor allem, wenn es sich um ein Rosencottage handelt.

Wie in zahlreichen Büchern von Constanze Wilken gibt es wunderbare Landschaftsbeschreibungen, die einen sofort in die genannte Region versetzen. In diesem Fall auf die schottische Insel Tiree. Aber das Leben auf den Hebriden war hart, bevor der Tourismus der Bevölkerung eine neue Einnahmequelle bescherte.

Die Vergangenheit

Und es gibt auch in diesem Buch eine Begebenheit aus der Vergangenheit, die geklärt werden muss. In diesem Fall das Verschwinden des Mädchens Livie. Warum ihre Freundin, Kirstys Großmutter, sich allerdings nie selbst darum gekümmert hat, sondern diese Aufgabe ihrer Enkelin überträgt, ist mir unklar geblieben. Livie stammt aus einer Familie, in der der Vater mit Strenge regiert und die Söhne ähnlich gewaltbereit sind. Es herrscht eine ungute, aggressive Atmosphäre, die mich wiederholt schaudern ließ. Sicher – so sieht die Realität aus. Aber sie kollidierte in diesem Fall mit meinen Erwartungen, die durch den Titel geweckt worden waren.

Fazit

Ich habe dieses Buch nach der Hälfte abgebrochen. Die Liebesgeschichte war mir viel zu vorhersehbar. Der Schriftsteller Finlay weckte mit seinem anfänglichen Verhalten außerdem keinerlei Sympathie bei mir. Die Schilderungen der Macho-Männer aus Livies Familie schreckte mich ab. Schade, denn ansonsten ich mag die Bücher von Constanze Wilken.

(Das Buch wurde mir vom Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt. Das hat meine Meinung nicht beeinflusst.)

„Das Rosencottage“, Constanze Wilken

512 Seiten, 11 Euro, Goldmann TB, VÖ 20. April 2023

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