Rezension – Sofia Blind: Die alten Obstsorten

Bewertung: 5 von 5.

Von Ananasrenette bis Zitronenbirne. Geschichten, Rezepte und Anbautipps ◾️

„Seidenhemdchen“ und „Schweizerhose“, „Forellenbirne“ und „Weinapfel“ – die Namen alter Obstsorten sind ebenso vielfältig und ausgefallen wie ihr Aussehen und ihr Geschmack, ebenso poetisch wie die vielen Geschichten, die sich um sie ranken: Von der Birne, die zweimal per Schiff nach Amerika reiste. Von der Kirsche, für die Friedrich der Große einen halben Monatslohn zahlte. Von dem Apfel, der Newton zu seiner Gravitationstheorie inspirierte. Über fünfzig heimische alte Obstsorten werden in diesem Band anhand von historischen Illustrationen und unterhaltsamen Texten ausführlich, mehr als hundert weitere kurz vorgestellt. (Verlagsinfo)

Es ist schon verwirrend. Die Cover-Optik ist ähnlich und auch der Buchtitel. Doch ist das eine ein Roman von Ewald Arenz aus dem Jahre 2019, das andere ein 2020 erschienenes Sachbuch. Selten haben sich zwei Bücher so hervorragend ergänzt.

Beim Betrachten der Bilder läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Dabei sind es keine Fotos, sondern historische Zeichnungen aus den Beständen der Staatsbibliothek Berlin. Oder vielleicht gerade deshalb, denn die alten Illustrationen sind oftmals aussagekräftiger als moderne Fotos. 

Die 60 historischen Abbildungen zeigen den „Großen Katzenkopf“ (Birne), „Herbstprinz“ (Apfel), „Venusbrust“ (Pfirsich) oder „Königin Viktoria“ (Pflaume). Sie stammen aus den Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin.

Sie haben eines gemeinsam – sie sind alte Obstsorten, deren einmalige Aromen und Widerstandsfähigkeit eine Renaissance erleben.

Die Autorin

…  und Gärtnerin lebt ihm Lahntal und pflegt über 30 seltene Obstbäume. Sie gibt in launigen Texten nicht nur einen fachlich kompetenten Überblick, sondern liefert auch Rezepte und Adressen von Gärten, Veranstaltungen und Händlern.

Fazit

Ein wunderbares Buch. Ästhetisch und informativ gleichermaßen und immer noch aktuell.

„Die alten Obstsorten“, Sofia Blind

 192 Seiten, 25 Euro, DuMont Buchverlag, VÖ 13. Oktober 2020

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