Rezension – Susanne Goertz: Nomaden der Seidenstaße

Mit Motorrad und Expeditionsmobil unterwegs ◼️

Bewertung: 5 von 5.

Gewaltige Gebirge, weite Steppen, endlose Schotterstraßen. Freundliche Menschen in farbenfrohen Gewändern, bemerkenswerte Bauwerke, seltene Tiere. All die Begegnungen entlang der Seidenstraße haben Susanne und Thomas Goertz in Wort und Bild festgehalten. Das Ergebnis: Ein Bildband randvoll mit Geschichten und Erlebnissen.

Verlagsinfo

Mit Motorrädern und selbst ausgebautem Expeditionsmobil bereisten Susanne und Thomas Goertz mehrmals und auf verschiedenen Routen die Seidenstraße von Deutschland über Italien, Griechenland, Türkei, Georgien, Iran, Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan und China bis Tibet und Nepal. Sie entdeckten Länder voller Gegensätze und mussten sich dabei an ständig wechselnde Situationen anpassen.

Zu jedem Gebiet gibt es Geschichten, die Episoden aus den Jahren 2013 bis 2020 erzählen. Während die Geschichten von ganz persönlichen Erlebnissen und den oftmals fremd anmutenden Lebensumständen der Menschen erzählen, die an der alten Route leben, fangen die Bilder nicht nur die ungeheurere Vielfalt der Landschaften und Kulturen ein, sondern zeugen auch von den unterschiedlichsten Situationen und Begebenheiten.

Susanne und Thomas Goertz bei einer Pause am Muradiye-Wasserfall in Ostanatolien. © Goertz

Das Buch

Wer „Seidenhart” von Susanne Goertz gelesen hat, wird in diesem prächtigen Bildband eine großartige Ergänzung und Erweiterung finden. Dieses Mal sind die Krefelder Mediengestalterin und ihr Mann auch mit einem Expeditionsmobil unterwegs.

Den Mercedes-Benz, genannt „Bube“ hat Ehemann Thomas aus- und umgebaut. Aus einem Lkw MB 914 Ak plus einem Zeppelin II-Shelter aus Aluminium entstand ein Expeditionsmobil, das inzwischen viel von der Welt gesehen hat und einige Schwierigkeiten gemeistert. Während Susanne das Mobil steuerte, führte Thomas eine kleine Gruppe Motorradfahrer an. „Silkroad Adventures“ nannten die beiden die Touren auf der Seidenstraße.

2020 stoppte Corona die Unternehmungen. Damit startet das Buch. Doch dann geht es schnell auf die Piste – über Italien und Griechenland nach Georgien und immer weiter gen Osten.

Pech und Pannen

Susanne Goertz hat ein gutes fotografisches Auge. Sie hat keine Scheu, Menschen zu fotografieren, auch Kinder finden sich auf etlichen Fotos. Dazu gibt es Aufnahmen der oftmals grandiosen Natur, ebenso von entlegenen Dörfern oder schlammigen Pisten, in denen das Expeditionsmobil schon mal versinkt. So wie in Kirgistan, wo es Nähe Naryn, stecken blieb. „Wir fuhren uns so fest, dass wir einen halben Tag brauchen, um den Buben mit Schaufeln, Spaten, Bergekissen und Wagenhebern wieder freizubekommen“, schreibt Susanne Goertz. Denn: Es war kein Automobilclub in der Nähe. Und lediglich zwei Lkws passierten in dieser Zeit die Unfallstelle. Deren Fahrer halfen mit Brettern zum Unterlegen aus.

In Kirgistan, in der Nähe von Naryn, blieb der Bube im Schlamm stecken. Foto: Goertz

Ein anderes Mal helfen sie Menschen. So wie Boris, der aus Kiel mit dem Fahrrad bis ins Pamirgebirge geradelt ist, um dann durch ungefiltertes Brunnenwasser zu erkranken. Später half er ihnen dann dank seiner Russischkenntnisse.

Achtung, Suchtgefahr

Beeindruckend ist, dass das Paar trotz solcher Pannen nicht die Lust am Reisen verloren hat. Schließlich sind sie mehrfach auf der Route unterwegs gewesen. Aber wenn man durch das Buch blättert, ahnt man, warum. Die Fotos von fremden Landschaften und anderen Kulturen sind faszinierend. Am liebsten möchte man sofort aufbrechen. Wie muss es dann erst den beiden Krefelder Reisenden gehen, die von der Sonne gebräunt wurden, fremde Gerüche aufgesogen und exotische Speisen gekostet haben? Wenn man die Erzählungen von Susanne Goertz liest, ist es, als sie man dabei.

Fazit

Für all jene, die einmal auf der Seidenstraße reisen möchten. Aber ebenso für all jene, die sich nicht trauen und daheim einen eindrucksvollen Blick in fremde Welten und spannende Touren erhalten möchten. 

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