Rezension – Magdalena Moeller: Der Garten von Emil Nolde

Bewertung: 5 von 5.

Es ist kaum zu glauben. Ich habe 50 Jahre in Flensburg gelebt, nur gute 50 Kilometer von Seebüll und dem Nolde-Garten entfernt. Aber irgendetwas kam immer dazwischen: Ich habe ihn noch nie besichtigen können. Dabei verzeichnet der Garten pro Saison rund 60.000 Besucher und Besucherinnen. Ein wunderbares Buch bringt jetzt den Garten zu mir.

Verlagsinfo

Vor fast hundert Jahren, ab 1926, schufen Emil und Ada Nolde ein kleines Paradies. Im nordfriesischen Seebüll kauften sie eine Warft, ließen nach eigenen Vorstellungen Wohnhaus und Atelier erbauen und legten einen Garten an, dessen Farbenpracht und Blütenfülle den Künstler immer wieder zu Blumengemälden und Aquarellen inspirierten. Heute ist er Teil des Nolde Museums und zieht jährlich zehntausende Besucher an. Das Buch präsentiert diesen malerischen Ort mit zahlreichen Fotografien. Neben einem reich bebilderten Essay zur Geschichte stellt die Kunsthistorikerin und Fotografin Magdalena M. Moeller ausgewählte Werke Emil Noldes ihren eigenen Pflanzenaufnahmen.

Das Buch

Natürlich kann ein Buch keinen Gartenbesuch ersetzten. Aber das Werk von Magdalena Moeller hat mir jetzt einen Eindruck vermittelt, was ich alles verpasst habe. Ja, anhand des Gartenplanes und der wunderbaren Fotos habe ich ein gutes Bild von dieser herrlichen Anlage bekommen, an dessen Rand sich auf einer Warft das von Nolde entworfene Wohn- und Atelierhaus erhebt. Hier sind die jährlich wechselnden Kunst-Ausstellungen zu sehen.

Auch der Garten bietet – je nach Jahreszeit – wechselnde Optiken. Darauf ist die Autorin eingegangen. Sie präsentiert den Garten im Wandel der Jahreszeiten. Interessant ist auch die Gegenüberstellung von Nolde-Gemälden und großformatigen Blumenfotos. Auf diese Weise erhält man einen guten Eindruck von der Kunst des Malers.

Screenshot von der Webseite der Nolde-Stiftung

Wer noch nicht viel über Nolde weiß, kann diese Wissenslücke ebenfalls schließen. Die deutsche Kunstgeschichte-Professorin Magdalena Möller widmet sich ebenso der Biografie des Malers und der Entstehungsgeschichte des Gartens.

Und man kann ein Stück Garten mit nach Hause nehmen:

„Vor allem aus dem historischen Bestand gewonnene Jungpflanzen von Storchenschnabel, Ochsenzunge, Türkischem Mohn sowie zahlreiche andere ein- oder mehrjährige Pflanzen oder handverlesenes Saatgut bringen ein Stück Seebüll auf den eigenen Balkon oder in den Garten.“

Christian Ring, Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde

Das Buch wurde mit dem Deutschen Gartenbuchpreis 2025 ausgezeichnet. Die Begründung der Jury: „Wenn die erste umfangreiche Publikation zu dem Garten eines bedeutenden deutschen Malers vorgelegt wird, so ist da ganz besonders bemerkenswert. Die Autorin […] arbeitete dabei eng mit der zum Anwesen gehörigen Stiftung und Museum und auch dem zuständigen Chef-Gärtner zusammen.“

Der Deutsche Gartenbuchpreis
Im März 2025 wurde auf Schloss Dennenlohe zum 20. Mal der Deutsche Gartenbuchpreis, präsentiert von Stihl, verliehen. Die renommierte Auszeichnung ehrt herausragende Gartenpublikationen in verschiedenen Kategorien und hat sich als wichtiger Maßstab in der Garten- und Buchbranche etabliert. Während der zweitägigen Jurysitzung bewertete eine hochkarätige Expertenjury mehr als 110 von Verlagen eingereichte Bücher. 

Fazit

Wer es noch nicht geschafft hat, den Garten Emil Noldes zu besichtigen, wird nach der Lektüre dieses Buches mit Sicherheit große Lust darauf verspüren. Ein großartiges Rundum-Paket, dass abgerundet wird durch Porträts der 30 schönsten Blumen, damit jeder sich ein Stück Nolde in den Garten holen kann. 

>> Buchvorstellung im Schleswig-Holstein-Magazin

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