
Laut Konfuzius ist eine gebildete Frau eine wertlose Frau. Die Anstandsregeln in der Ming-Dynastie erlaubten männlichen Doktoren die Behandlung von Frauen nur durch Trennwände oder Mittlerinnen. Im China des 15. Jahrhunderts wächst Tan Yunxian entgegen den Konventionen ihrer Zeit heran. Ihre Großmutter, eine der wenigen Ärztinnen Chinas, lehrt sie die Kunst der chinesischen Medizin. Ihre gemeinsame Leidenschaft für Heilkunst besiegelt die Freundschaft zur jungen Hebamme Meiling. Als Yunxian in eine arrangierte Ehe geschickt wird, verbietet die Schwiegermutter ihr den Kontakt zu Meiling. Yunxian soll sich wie eine anständige Ehefrau verhalten: gebundene Lotosfüße besticken, Gedichte rezitieren, Söhne gebären. Wie gelingt es Yunxian, die den Ehrentitel Lady Tan trägt, sich aus den Traditionen zu befreien, dass bis heute viele ihrer Heilmittel verwendet werden?
Lisa See erzählt inspirierend von Frauen, die einander beistehen. Die Geschichte der Lady Tan ist eine Neuerzählung des Lebens einer außergewöhnlichen Frau, die in der Ming-Dynastie bemerkenswert war – und es auch heute noch wäre. (Verlagsinfo)
„Die Geschichte der Lady Tan“, Lisa See
496 Seiten, 22 Euro, Gutkind Verlag, VÖ 31. Juli 2025
