Rezension – Kat Menschik: Hans Christian Andersen. Lieblingsmärchen

Illustrierte Lieblingsbücher, Band 19 ◼️

Bewertung: 5 von 5.

Klein und fein – einfach fabelhaft!

Verlagsinfo

„Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das hässliche Entlein“. Allein die Namen der zeitlosen Geschichten des dänischen Märchenerzählers H. C. Andersen wecken Kindheitserinnerungen und lösen tiefe Emotionen in uns aus. Wir begegnen mit Faszination und leichtem Grusel einem Hund mit tellergroßen Augen, lassen uns vom Gesang einer Nachtigall verzaubern und haben tiefes Mitgefühl für ein Mädchen, das sich in größter Not mit ihren leuchtenden Schwefelhölzern Momente des Glücks verschafft. Kat Menschik hat einige sehr bekannte Lieblingsmärchen ausgesucht, aber auch ungewöhnliche, wie „Die Schnecke und die Rosenhecke“. Die frühesten Illustrationen dieses Bandes entstanden, als sie ihr erstes Buch machte.

Webseite von Kat Menschik

Einfach märchenhaft

Die Lieblingsbücher von Kat Menschik sind eine sehr erfolgreiche Serie. Schließlich sind die Illustrationen der Künstlerin ebenso eigenwillig wie wunderschön. Jetzt hat sie sich den Märchen von Hans Christian Andersen gewidmet. Es ist eine ganz persönliche Auswahl – die schon am Cover deutlich wird. Denn „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ hat die freischaffende Illustratorin mit einem Bild versehen, das man wohl als Selbstporträt ansehen kann.

Die Andersen-Märchen begleiten die Zeichnerin nach eigenen Angaben schon ein Leben lang. So hat sie vor 20 Jahren bereits das Märchen „Das Feuerzeug“ illustriert – für ihre Mutter und als Buch gebunden. Ein Unikat. Die Leser kommen in den Genuss dieser Besonderheit, für die Menschik den Text mit der Schreibfeder abgeschrieben hat. Ein Faksimile ist Teil des vorliegenden Buches.

Menschik sagt über ihren Stil:

„[Ich finde es] wirklich bemerkenswert, wie sich meine Art der Illustration verändert hat. Heute bin ich viel freier in der Interpretation, eigenen und gerader in meinen Abmeichungen. Sehr viel mutiger.“

 Man kann sie zu ihrem Stil nur beglückwünschen. Die „Prinzessin auf der Erbse“ sieht übrigens genauso aus, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Mir gänzlich unbekannt war „Die Nachtigall“. Dieses hat der Puppenspieler Karl Huck gemeinsam mit Antje König in eine Bühnenversion für Puppen bearbeitet. Er sagt:

„Wie kaum einem anderen Autor gelingt es H. C. Andersen, über die Hoffnungen und Sehsüchte des Lebens, aber auch über die entsprechende Enttäuschung und das Scheitern zu schreiben.“ 

Die Version ist eine doppelte Besonderheit. Denn die Puppen dazu hat Kat Menschik gezeichnet. Kaiser, Kavalier, Mädchen und der Tod laden zum Nachspielen ein. Allerdings bittet die Illustratorin, sie nicht aus dem Buch auszuschneiden (das wäre wahrhaftig eine Zerstörung). Statt dessen bitte mit einem Farbkopierer vervielfältigen und dann ausschneiden.

Fazit

Es ist ein schmaler Band. Aber wunderschön gestaltet und inhaltlich besonders. Ich nehme ihn immer wieder gerne in die Hand und betrachte die Illustrationen. Die 112 Seiten sind jeden Cent wert.

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