Rezension – Hans Christian Andersen: Die beiden Baroninnen

Bewertung: 4 von 5.

Hans Christian Andersen hat nicht nur Märchen geschrieben. Er bereiste unter anderem Italien sowie das Osmanische Reich – und Nordfriesland. Aus den Eindrücken dieser Reise entstand der vorliegende Roman.  

           

Verlagsinfo

Erzählt wird die Geschichte der kleinen Elisabeth, eines Findelkindes, das aufgrund glücklicher Umstände im Dänemark des frühen 19. Jahrhunderts auf einem Gutshof der Insel Fünen Baronin wird. Im Roman, der hier in zeitgemäßer Übersetzung vorliegt, finden sich alle Themen und Motive, die für das Schaffenswerk H. C. Andersens charakteristisch sind. Angelegt als klassischer Entwicklungsroman, der an authentischen Schauplätzen spielt und historische Ereignisse einbezieht, erweitert er sich zum Epochenroman. Ein Großteil des Geschehens spielt auf Hallig Oland. 

Roman vom Märchendichter

Dass Hans Christian Andersen neben seinen Märchen auch Romane geschrieben hat, ist vielfach unbekannt. Das vorliegende Werk spielt überwiegend auf der Hallig Oland. Der Roman ist eine Neuübersetzung aus dem Dänischen und erzählt die Geschichte des Waisenkindes Elisabeth, das erst bei der Baronin Dorothea auf der Insel Fünen und später bei seinem Vormund auf Oland aufwächst. Es ist ein Bildungsroman, der mit der Heirat von Elisabeth endet.

Arno Bammé und Thomas Steensen, die beiden Herausgeber des Buches der Reihe „Nordfriesland im Roman“, ordnen den Roman wie folgt ein: „Thematisch und gestalterisch äußerst ungewöhnlich für die damalige Zeit war in der Romanliteratur die Beschreibung der Halligwelt, die das Leben Elisabeths in entscheidender Weise prägt. In ihr entfaltet sich in elementarer Weise der natürliche Realismus im Romanschaffen Andersens.“ 

Die Eindrücke für das Buch sammelte der Dichter 1844 bei einer Reise an die Nordsee. Im Spätsommer besuchte Föhr, Oland und Amrum. Dazu gibt es etliche Illustrationen. Die Kutschfahrt von Flensburg nach Dagebüll dauerte zwölf Stunden. Und die Marsch faszinierte Andersen. „Die Wiesen standen unter Wasser, sodass sie wie richtige Seen aussahen.“

Mit Namenserklärungen und Hinweise auf weiterführende Literatur eine rundum gelungene Ausgabe.

Fazit

Sprachlich ist das Alter des Romans nicht immer zu leugnen, aber Beschreibungen von Landschaft und Lebensweise sind hochinteressant. Und allein die knapp 40 Seiten des Nachworts sind ausgesprochen lesenswert.

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