Die „Alten Sorten“ führten zum Durchbruch ◼️
Bestsellerautor Ewald Arenz las in Eckernförde ◼️

Der Bestsellerautor Ewald Arenz zählt zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Schriftstellern in Deutschland und wurde vielfach mit Kulturpreisen ausgezeichnet; im September 2025 kam er nach Eckernförde. Im Rahmen von „LESART“ – einer Kooperation der Buchhandlung Lobenberg, der Stadt und der Stadtbücherei – las er im Ratssaal. Und Birte Stährmann sprach mit ihm.
Ewald Arenz, geboren 1965, wuchs als ältester Sohn mit einer Schwester und einem Bruder in einem Pfarrershaushalt auf dem Land auf, in der Nähe von Nürnberg. Zunächst studierte er Jura und wechselte dann zu Anglistik, Amerikanistik und Geschichte. Noch heute arbeitet Arenz auch als Gymnasiallehrer für Englisch und Geschichte. Der Vater von drei Kindern lebt in der Nähe von Fürth.
Seit 1994 veröffentlicht er Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Roman „Alte Sorten“, der 2019 erschien. Es folgten „Der große Sommer“, „Die Liebe an miesen Tagen“ und „Zwei Leben“. Seine Romane stehen regelmäßig weit oben auf den Bestsellerlisten. Sie zeichnen sich aus durch eine lyrisch kraftvolle, präzise Sprache, tief gezeichnete Charaktere und eine genaue Beobachtungsgabe. Jetzt ist sein neues Buch „Katzentage“ erschienen.

Welche Themen treiben Sie als Autor um?
Ich erzähle Geschichten von wesentlichen, manchmal grundstürzenden Momenten im Leben eines Menschen.
Wenn Sie wählen könnten – in welcher Zeit würden Sie gern leben und weshalb?
Ich lebe in einer der längsten Friedenszeiten in einem der reichsten Länder der Welt – das ist ein großes Glück. Ich würde in keiner anderen Zeit leben wollen.
Wofür stehen für Sie die „70er-Jahre“, die im Zentrum Ihres neuesten Romans „Zwei Leben“ sind?
Zum einen sind das die Jahre meiner Kindheit und Jugend, weshalb sie prägend für mich waren. Zum anderen sind es diese Jahre, in denen die Umbrüche aus der 68er-Revolution so nach und nach auch in der Provinz ankamen. Die große Strafrechtsreform, der Beginn der Umweltbewegung und ein allmählicher, noch zarter Aufbruch der Kunst und Kultur zu neuen Ufern.
Sie legen Wert auf einen hochwertigen Kleidungsstil. Was gefällt Ihnen an der Kunst des Schneiderns, die auch ein Randmotiv in Ihrem aktuellen Roman ist?
Dass die Kunst des Schneiderns eben diese Kleidung hervorbringen kann, die ich so gerne trage. Ich mag Mode …
Welcher Ihrer bisherigen Romane steht Ihnen besonders nahe und weshalb?
Diese Frage wird mir immer wieder gestellt und ich kann sie nur schwer beantworten. Ich halte manche meiner Bücher für besser als andere – was völlig natürlich ist, wenn man mehr als eines geschrieben hat. Beim Schreiben will ich mich nicht langweilen. Deshalb habe ich sehr unterschiedliche Bücher geschrieben, die mir je nach ihrer Art am nächsten stehen. Geht es um Humor, dann ist das „Herr Müller, die verrückte Katze und Gott“. Geht es um Mut und Aufbruch, dann ist es „Alte Sorten“. Geht es darum, die Kraft zum Weiterleben zu finden, dann ist es „Zwei Leben“.
Sie sind in Süddeutschland aufgewachsen und dort ist Ihr Lebensmittelpunkt. Welche Verbindung spüren Sie zu einem Meer wie der Ostsee?
Meine Mutter stammt aus Danzig und wuchs in Flensburg auf. Mein Großvater lebte in Strande, nahe dem Olympiahafen. Ich habe praktisch alle Ferien meiner Kindheit und Jugend an der Ostsee verbracht. Eine Liebe, die bis heute hält.
Wie stimmen Sie sich auf Lesungen ein? Was gefällt Ihnen an Lesungen?
Ich muss mich nicht auf Lesungen einstimmen. Lesungen sind der direkte Kontakt zu meinem Publikum, zu meiner Leserschaft. Sie sind das Beste an diesem Beruf.
