Oder: „Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler“ ◼️

Was täten wir ohne sie? Für Bookaholics ist die Welt ohne Buchhandlungen schlicht nicht vorstellbar. Gemeint sind jetzt nicht die online-Buchhandlungen. Gemeint sind die (meist kleinen) Läden, die von Buchliebhabern geführt werden. In denen ausgewählte Werke ansprechend präsentiert werden. In denen man Gleichgesinnte trifft. Und in denen man von belesenen Menschen gut beraten wird.
Der heutige Tag (8. Oktober) ist diesen Läden gewidmet.
Es war ein deutscher Buchliebhaber, der den „Welttag der Buchhandlungen“ 2016 ins Leben gerufen hat. Und zahlreiche Autoren haben Buchhandlungen und Buchhändler zum Gegenstand ihrer Romane gemacht.
Erinnern wir uns. Im März vor fünf Jahren stand die Welt quasi still. Ein fieses Virus sorgte dafür. Wegen Corona mussten die Geschäfte schließen – auch die Buchhandlungen. Aber: Buchhändler sind findig. Sie gaben nicht auf. In Rendsburg, damals mein Lebensmittelpunkt, boten sie Online-Bestellung und Lieferung per Post. Oder sie brachten die Bücher selbst vorbei, so wie Patrick Goeser oder die Coburg’sche Buchhandlung. Der Ansturm war groß und mancher Kunde nutzte die telefonische Bestellung noch zu einem Plausch.
„Bücher sind fliegende Teppiche in das Reich der Fantasie“, meinte der US-amerikanische Autor James Daniel. Mit ihnen können wir uns in fremde Länder begeben, in die Vergangenheit reisen, die Liebe des Lebens erleben. Damals waren wir zwar an unseren Wohnort gebunden, an unsere vier Wände – aber Bücher ermöglichten es uns, der Enge zu entfliehen.
„Los Leute! Kauft bei euren Buchhändlern jetzt die schönsten Bücher, damit ihr die hässliche Pandemie mit einem Lächeln übersteht“, forderte damals die Glückstädter Autorin Anja Marschall. Die meisten von uns und die meisten Händler haben diese weltweite Gesundheitskrise überstanden. Die Geschäfte mit den Büchern beleben nach wie vor die Kulturszene. Nicht nur in Rendsburg, sondern in zahlreichen deutschen Städten. Und sie haben den weltweiten Gedenktag mehr als verdient.
Corona ist weitgehend überstanden. Und die Läden mit den Büchern sind nach wie vor wichtig. Denn um es mit dem französischen Schriftsteller Philippe Dijan zu sagen: „Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler“.
BÜCHER
Auf dieser Seite findet ihr eine kleine Auswahl von Werken, die in Buchhandlungen spielen. Eine Auflistung von „Büchern über Bücher“ findet ihr in der entsprechenden Rubrik.
- „Das kleine Bücherschiff“, Tessa Hansen
- „Die Buchhandlung in der Baker Street“, Sarah Jio
Porträts von zwei engagierten Buchhändlern
