Jens Natter – historisch genau und schnell

Seit wann er zeichnet? Jens Natter muss nicht lange nachdenken. „Seit Kindergarten-Tagen.“ Später waren seine Schulhefte voll mit Kritzeleien. Er wurde Diplom-Sozialarbeiter, aber zeichnete als Hobby weiter.  „Ich hab‘ nicht gedacht, dass man davon leben kann“, gesteht der Vater von zwei Kindern, der mit seiner Familie in Hamburg wohnt, im Gespräch. Dann kam seine erste Veröffentlichung, schließlich die Comic-Adaption von Storms „Schimmelreiter“. Und mit der „Hammaburg“ die erste Graphic Novel, die sich mit einem historischen Thema befasst. Seitdem verdient Natter seinen Lebensunterhalt mit dem ehemaligen Hobby. „Man muss schauen, wo die eigenen Stärken liegen“, sagt er. Sein Focus liegt auf menschlichen Szenen.

Sein Schwerpunkt sind daher Karikatur und Comic. Seine besondere Spezialität ist Schnellzeichnen. Bei Events bringt er ein Porträt in wenigen Minuten aufs Papier. Allerdings sagt der Autodidakt inzwischen: „Eine künstlerische Ausbildung wäre ganz hilfreich gewesen“.

In vielen seiner Bücher wimmelt es nur so von Menschen. In seinem „Wimmelbuch Schlei“ gibt es zum Beispiel neben Wikingern, Rittern, schön gewandeten Damen auch freche Kinder zu entdecken. Sein Anspruch: „Ich recherchiere für alle Werke vor Ort, um den Spirit einzufangen“. Als Schnellkarikaturist ist er viel in Schleswig-Holstein und Hamburg unterwegs, da lässt sich manche Recherche mit den Auftritten verbinden.

Natter gestaltet jedoch nicht nur Bücher. „Ich habe immer einen Stapel ungelesener Bücher.“ Wie beispielsweise „Sylter Welle“ von Max Richard Lessmann. „Ich war ein großer Fan seiner Band Vierkanttretlager.“ 

Und was kommt als nächstes? „Die Menge an Ideen, ist nicht das Problem“, sagt er. Sein letztes großes Werk war der Aufstieg und Fall eines Lübecker Großkaufmanns, das unter dem Titel „Der Kopf der Hanse“ Ende 2024 erschienen ist. 

Allerdings ist er als Ein-Mann-Unternehmen zeitlich limitiert. Die Familie soll ja auch nicht zu kurz kommen. Die beiden Kinder des 48-Jährigen zeichnen ebenfalls. Sein Sohn hat schon einige Wettbewerbe gewonnen, die Tochter probiert farblich so manches aus.

>> Webseite des Autors

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen