Rezension – Jens Natter: Der Kopf der Hanse

Bewertung: 5 von 5.

Jens Natter hat sich mit seinen Wimmelbüchern aus Schleswig-Holstein einen Namen gemacht. Mit einem geschichtlichen Thema ist ihm ein besonderes Buch gelungen. Es geht um zwei Männer, die im Bund der Hanse besondere Positionen innehatten, um Intrigen und Machtspiele. Seine Zeichnungen sind historisch genau, die Personenporträts eigenwillig und einprägsam. 

Verlagsinfo

In seiner Graphic Novel widmet sich Comicautor Jens Natter einem besonderen Aspekt der Geschichte Norddeutschlands, der Hanse. Die Lübecker Kaufleute Johann Wittenborg und Brun Warendorp sind Freunde seit jeher. In der Mitte des 14. Jahrhunderts sind sie Teil des erstarkenden Hansebundes und der ersten Hansetage. Johann Wittenborg mausert sich durch zwielichtige Methoden zum obersten Kopf des Städtebundes. Diesen droht er im wahrsten Sinne wieder zu verlieren, als ihn seine Vergangenheit einholt. Wird die Freundschaft der Kaufleute standhalten?

Lübecker Hanse-Geschichte 

Einige Fakten sind bekannt. Johann Wittenborg hat sogar einen Wikipedia-Eintrag ebenso wie Bruno Warendorp, der allerdings wesentlich knapper ist.

Natter hat sich intensiv mit der Geschichte der Hanse beschäftigt und wurde von Felicia Sternfeld, der Direktorin des Hansemuseums in Lübeck unterstützt. Doch um eine spannende Geschichte zu erzählen, war der Illustrator auf seine Fantasie angewiesen.

Der Geschäftsmann und Politiker Johann Wittenborg ist kein sympathischer Mann. Ein Kaufmannssohn, der einer Schlägerei nicht aus dem Weg geht und dennoch bei Elisabeth von Bardewick, genannt Telse, gute Karten hat (im Gegensatz zu den Männern keine historische Person). Allerdings findet auch Warendorp Gefallen an ihr. Doch der Gutmensch ist ihr zu lasch. Neben den persönlichen Querelen und Liebschaften spielt die dänische Historie eine Rolle. Denn im dortigen Königshaus gibt es Nachfolge-Kämpfe. Aber auch über die Handelsbeziehungen ins kalte Nowgorod gibt etwas zu erfahren.

Hinzu kommen etliche historische Details, die in den Zeichnungen für den aufmerksamen Betrachter zu finden sind. Zum Beispiel das Tragen von Trippen, Unterschuhen aus Holz, die bei den damaligen matschigen Wegen das Einsinken verhindern sollten und die Verschmutzung der wertvollen Lederschuhe.

Der Autor

>>>  siehe Porträt

Fazit

Jens Natter ist es gelungen, eine spannende Story zu erzählen. So macht Geschichte Spaß. Das Buch wird sicherlich vor allem junge Leute begeistern.

Außerdem

Wer mehr über die Hanse wissen möchte, dem sei ein Besuch im Hansemusem Lübeck empfohlen. 

Hier wird Jens Natter am Sonnabend, 6. Dezember, ab 11 Uhr Bücher mit Originalzeichnungen signieren und/oder lustige Schnellporträts anfertigen.

Eine ausführliche Rezension mit Bildern im Tagesspiegel

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