Rezension – Jochen Gutsch, Maxim Leo: Frankie

Bewertung: 5 von 5.

Ein Katzenbuch – das muss ich haben, war mein Gedanke. Das Cover war witzig. Und schon nach den ersten Sätzen wusste ich: Dies ist kein gewöhnliches Katzenbuch. Es ist ein Buch über Tod und Trauer, über die Lust am Leben – geschildert aus der Sicht und mit den Worten von Straßenkater Frankie. Wer es noch nicht kennt: Lesen lohnt sich!

Verlagsinfo

Richard Gold hat alles vorbereitet. Heute ist der Tag, an dem er sich das Leben nehmen wird. Der Strick liegt schon um seinen Hals, als sich ein dürrer Kater vor das Fenster setzt, interessiert glotzt – und Gold komplett aus dem Konzept bringt. Als dann der Kater auch noch bei Gold einzieht, weil der einen großen Fernseher hat, ein „extremst“ weiches Bett und pünktlich Essen serviert, beginnt die skurrile Freundschaft zwischen zwei Außenseitern, von denen zumindest einer ganz fest an ein Happy End im Leben glaubt. Ein Mann, der sterben will. Ein Kater, der ein Zuhause sucht. Eine berührende und zugleich urkomische Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft und den Weg zurück ins Leben.

Ein sprechender Kater

Frankie ist ein kleiner Anarchist. „Die Menschen haben einen Haufen regeln, wie alles sein muss im Leben. Tue dies, tue das! Ganz ehrlich? Langweilig. Anstrengend. Nichts für mich.“ Mit dieser Einstellung bringt er die Pläne von Richard Gold mächtig ins Wanken. Gold trauert um seine Frau.  Als Frankie bei ihm durch Fenster schaut, sieht er einen prächtigen Faden. „Ganz ehrlich? Ich hatte noch nie so einen prächtigen Faden gesehen. Ich liebe Fäden, das müsst ihr wissen.“ Wir wissen: der Faden ist ein Seil. Gold möchte sein Leben beenden. Aber nun kommt der Kater ins Spiel. 

Der liebt warme Betten und regelmäßig Fressen. Ganz Katze eben. Pardon: Kater. Da versteht Frankie keinen Spaß. Was er dem Menschen auch in wohlgesetzten Worten mitteilt. Ja, Worten. Denn Frankie beherrscht Menschisch. Und seine Ausdrucksweise ist herrlich schnodderig.

Seinen Namen hat er von der alten Frau Berkowitz erhalten. Die hat gerne Musik gehört, „von einem Mann aus Amerika, den sie Frankie-Boy Sinatra nannte“. Frankie ist natürlich viel schöner als Milchbart. Aber das Glück dauerte nicht lange. Die alte Frau Berkowitz starb, Frankie landete auf der Straße. Das Haus von Gold mit Bett und Fernseher erscheint ihm als willkommenes neues zuhause. Nur dass der Mensch andere Pläne hat.

Wie die beiden zueinander finden, wie Frankie vor sich hin philosophiert, das ist einfach köstlich. Am Ende wird’s dramatisch. 

Mehr soll hier nicht verraten werden. Nur so viel:

Es ist toll, dass die Geschichte weiter geht. Jochen Gutsch hat sie dieses Mal allein geschrieben. Erscheinen wird das Buch am 11. März 2026.

Fazit

Obwohl das Thema ein schweres ist, ist die Geschichte witzig und weise zugleich. Damit ist „Frankie“ eines der schönsten, großartigsten und ungewöhnlichsten (Katzen)-Bücher in meinem Bücherregal – das ich niemals weggeben werde. 

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