Rezension – Anny Marwig Rubin: Mattje

Friesische Novellen ◼️

Bewertung: 5 von 5.

Ihre Sätze sind kurz und knapp. Ihren Stil kann man modern nennen. Doch Anny Marwig Rubin schrieb die friesischen Novellen in den 1950er Jahren. Sie verbrachte den Großteil ihres Lebens in Schweden. Daher ist die Schriftstellerin, in Deutschland nahezu unbekannt. Das ist bedauerlich. Ihre Novellensammlung „Mattje“ wurde 2023 von der Edition Weserhaus auf Deutsch herausgebracht. Eine Hommage an ihre nordfriesische Heimat, frisch und lesenswert.

Verlagsinfo

Die Novellensammlung erzählt vom Leben nordfriesischer Küstenmenschen in den 1920er-Jahren, von ihren Freuden und Sorgen, Hoffnungen und Kämpfen, ihren Siegen und Niederlagen. Sie entführt in eine Welt, die geprägt ist vom Wechsel der Gezeiten, wo die Grenze zwischen Land und Meer fließend ist und sich Vergangenheit und Gegenwart, Sinnliches und Übersinnliches immer wieder miteinander vermischen.

Novellen aus Nordfriesland

Im Mittelpunkt stehen Menschen mit unerfüllten Wünschen oder die am Rande der Dorfgemeinschaft leben, beschreibt Sabine Grauer das Buch, das von ihr erstmals ins Deutsche übersetzt wurde. Angesiedelt sind sie auf der Halbinsel Eiderstedt, der Heimat der Autorin. Die Titelgeschichte der Sammlung erzählt von Mattje Jevens, der Totenfrau aus Estensiel. Das gibt es noch heute. Es ist ein kleiner Hafen bei Tating, der im Süden an den Nationalpark Wattenmeer grenzt. Mattje ist Totenfrau und plant ihre eigene Beerdigung. „Namenlose“ handelt vom Friedhof der Seemänner, deren Namen niemand kennt. „Die Küstenlinie“ beginnt mit einer Beschreibung, durch die man Strandnelken und Sanddorn zu sehen und den Wind zu spüren meint. 

Autorin

Anny Marwig Rubin. Nie gehört? Geboren wurde sie als Anny Marwig 1893 auf einem Bauernhof in Katharinenherd auf Eiderstedt, lebte lange Jahre in Schweden und bereiste später die Welt. Im Vorwort zu „Mattje“ gibt Übersetzerin Sabine Grauer einen kurzen Abriss über das Leben dieser ungewöhnlichen Frau, über die ich im Internet keine weitergehenden Informationen gefunden habe. >> zum Autorinnen-Porträt

Übersetzerin

Sabine Grauer studierte in Greifswald Kommunikationswissenschaft und Skandinavistik und lebt als Übersetzerin in Schweden.

Der Verlag

Die Edition Weserhaus sitzt – wie der Name schon vermuten lässt – an der Weser, und zwar in Bremen. Die gehört zum Schünemann Verlag, der 1810 in Bremen gegründet wurde. Die Familie Schünemann führt heute in sechster und siebter Generation das Familienunternehmen. An der Spitze stehen Hermann Schünemann (sechste Generation) und Julia Kracht-Schünemann (siebte Generation). 

„Die Carl Ed. Schünemann KG wurde 1810 in Bremen gegründet und hat bis heute ihren Sitz in der Hansestadt. Das moderne Verlagshaus wird von Julia Kracht-Schünemann und Hermann Schünemann geführt. Es vereint fünf Sparten: Buchverlag, Corporate Media Verlag, Fachverlag NW, Sprachzeitungsverlag und Zeitschriftenverlag“, heißt es auf madeinbremen. „Als eines der ältesten deutschen Verlagshäuser ist der Carl Schünemann Verlag seiner norddeutschen Heimat besonders verbunden. Unter dem Motto »Bücher von Zuhause« entsteht an der Schlachte Lesestoff für Nordlichter und Menschen, die den Norden lieben.“

Leider gelang es mir nicht, die Homepage des Verlages zu öffnen.

Fazit

Ein bemerkenswertes Buch, eine bemerkenswerte Autorin. Das schmale Buch ist ansprechend gestaltet, mit schönem Einband und Lesebändchen.

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