Auf den Spuren von Jane Austen

250. Geburtstag einer berühmten Schriftstellerin / Ihr Leben in Biografien und Briefen ◼️

Gibt es Menschen, die noch nie etwas von Jane Austen gehört haben? Ja, tatsächlich, die gibt es.  Dabei war sie bereits 1870 bekannt. Heute gilt sie als eine der größten Begabungen der englischen Literatur, so Biograf und Austen-Übersetzer Christian Grawe. Doch damit nicht genug. Sie ist Kult: Es gibt Austen-Devotionalen in großer Fülle, ein Museum, Festivals – und natürlich etliche Biografien, allerdings die meisten auf Englisch. Etliche Artikel und Rundfunkbeiträge sind aus Anlass des Geburtstages erschienen, zum Beispiel von Elke Heidenreich in der „Welt am Sonntag“. Da kann ich nicht mithalten. Aber einen kleinen Überblick geben, über die Bücher und die Fülle der Angebote. Und aufgreifen, warum das Quietschen von Janes Zimmertür wichtig war.◼️

Früher Tod und „nur“ sechs Romane

Jane Austen ist ein Phänomen. Denn: 

Sie starb mit nur 41 Jahren. Zu ihren Lebzeiten wurden lediglich sechs Romane veröffentlicht. Sie lebte zurückgezogen im Kreise ihrer Familie und ist nie über die Region von Südengland hinausgekommen. Obwohl sie in bewegten Zeiten lebte, spielten Politik und Weltereignisse in ihren Büchern keine große Rolle. Ihre Leben bestand aus gegenseitigen Besuchen und Bällen. In ihren Briefen nimmt sie detailliert zu hauswirtschaftlichen Themen. Aber sie war eine scharfe Beobachterin. Mit feiner Ironie beschreibt sie Menschen und ihre Umwelt. Und so faszinieren ihre Bücher bis heute.

Die Eckdaten von Jane Austens kurzem Leben lassen sich bei Wikipedia und vielen anderen Stellen nachlesen.

  • Geboren am 16. Dezember 1775 in Steventon (Hampshire) als Tochter des Pfarrers George Austen  geboren. 
  • Sie war das siebente von acht Kindern.
  • Mit ihrer Schwester Cassandra (geboren 1773) verbindet sie eine lebenslange Freundschaft.
  • Die Familie ist gebildet und belesen.
  • Mit 12 Jahren beginnt sie zu schreiben.
  • 1801 ziehen die Eltern mit Jane und Cassandra nach Bath um. Der Ort gefällt Jane nicht. Hier schreibt sie keine einzige Zeile.
  • 1809 stellt ihr Bruder Edward Austen Knight der Mutter und Töchtern ein Haus auf seinem Besitz in Chawton zur Verfügung. Hier entstehen ihre bekannten Romane.
  • Am 18. Juli 1817 stirbt Jane Austen nach langer Krankheit. Woran, ist bis heute nicht eindeutig erwiesen. Angenommen wird die Addinson-Krankheit (Versagen der Nebennieren) oder Hodgkin-Lymphon (Drüsenkrebs).

In Deutschland waren die Austen-Romane über viele Jahre relativ unbekannt. Auch gab es keine Biografie der englischen Schriftstellerin. Diese Lücke füllte Christian Grawe 1988 mit der ersten deutschen Biografie.

„Heute ist Jane Austen auch in Deutschland ein Begriff, und ihre Romane gehören neben denen Theodor Fontanes hierzulande zu den meistgelesenen aus der Zeit vor 1900.“

Christian Grawe, Austen-Übersetzer und -Biograf

Wer sich das erste Mal mit Jane Austen beschäftigt, dem seien zwei Biografien empfohlen: Jene von Christian Grawe und die von Elsemarie Maletzke, die fast schon ein Klassiker ist. Aus der Fülle der englischen sticht jene von Claire Tomalin hervor. Hier ein kurzer Abriss mit Links zu den Vorstellungen. Details aus Austens Leben geben auch ihre Briefe wieder:  „Liebste Freundin“ aus dem Manesse Verlag. Jane war eine eifrige Briefeschreiberin. Allerdings sind nicht alle erhalten. Ihre Schwester Cassandra vernichtete etliche. Warum, ist bis heute unklar. Wir wissen aber, dass Jane das Quietschen ihrer Zimmertür nicht abstellte. Denn so konnte sie verhindern, dass sie beim Schreiben überrascht wurde. Warum sie das tat, berichtet Adriana Altaras, die das Nachwort des Buches geschrieben hat. Denn eine schreibende Frau, dass war im Zeitalter des Regency eine Ausnahme.

Biografien auf Deutsch

  • „Darling Jane“, Christian Grawe: Locker und lebendig geschrieben. Beleuchtet auch ihr Lebensumfeld und ihre soziale Einbindung.
  • „Jane Austen: Eine Biographie“, Elsemarie Maletzke: Bild einer Autorin, die mit leichter Hand das scheinbar Widersprüchliche verband: scharfe Beobachtung und zartes Verstehen, Komödie und Drama, Wortwitz und Moral.
  • „Jane Austen“, Valerie Grosvenor Myer: Anschauliche Beschreibung des Lebens und der gesellschaftlichen Konventionen.
  • „By a Lady: Das Leben der Jane Austen“, Rebecca Ehrenwirth, Nina Marie Lieke: Mit Hintergrundinformationen
  • „Jane Austen. Die Biografie“, William Austen-Leigh, Richard A. Austen-Leigh: Sehr umfangreich, die vielen Details können überfordern
  • „Erinnerungen an Jane Austen“, James Edward Austen-Leigh: Biografische Skizzen mit persönlichen Anekdoten und einzigartigen Familieneinsichten. Der Autor war ihr Neffe
  • „Jane-Austen’s-House“, Jane Austens World: persönlichen Briefen, Manuskripten und einzigartigen Einblicken in ihr berühmtes Wohnhaus 
  • „Jane Austen“, Wolfgang Martynkewicz

Biografien auf Englisch

Zum Hören

Außerdem auf diesem Blog

> Jane Austen in neuen Romanen und Büchern

> Jane Austens Werke_Neuübersetzungen

> Quiz, Hintergrund, Veranstaltungen

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