Rezension – Jenny Colgan: Die geheime Weihnachtsbibliothek

Bewertung: 3.5 von 5.

Jenny Colgan gilt als die „Queen of Christmas”. Nun, ich hatte noch nie ein Buch von ihr gelesen. Aber Titel, Beschreibung und Cover weckten große Erwartungen. Die Suche nach Büchern ist immer spannend, wenn dann noch Weihnachten und ein schottisches Schloss dazu kommen, kann es eigentlich nur gut werden. Dachte ich. ◼️

Verlagsinfo

Weihnachten liegt bereits in der Luft, als Mirren Sutherland von Jamie McKinnon, einem attraktiven schottischen Gutsherrn, engagiert wird. Seit dem Fund eines seltenen Buches gilt sie als Antiquitätenjägerin. Angeblich befindet sich auch im Besitz der McKinnons ein wertvolles Buch, das ihr baufälliges Schloss vor dem drohenden Verkauf retten könnte. Doch niemand weiß, wo genau es sich befindet. Denn das Anwesen der Familie gleicht einem Labyrinth voller Bücher. Dort angekommen, untersuchen Jamie, Mirren und der ebenso charmante wie zwielichtige Antiquar Theo zahllose Räume, entschlüsseln Hinweise und lüften nach und nach die Geheimnisse des Hauses. Während draußen Schneeflocken tanzen, knistern drinnen die Kamine, und Weihnachten rückt immer näher.

Ein uraltes Schloss voller Bücher und eiskalter Räume

Das Schloss von Laird Jamie McKinnon liegt hoch oben in Schottland. Weit entfernt vom nächsten Ort, nur über eine schlechte Straße erreichbar. Vor allem: Es ist in einem desolaten Zustand. Nur wenige der vielen Räume sind nutzbar, eine Zentralheizung gibt es nicht. Ebenso wenig wie Handy-Empfang. Das ist die Umgebung, in der Mirren auf Buchsuche gehen soll.

Der Vorname der jungen Bücherjägerin hat auf mich während der gesamten Lektüre verwirrend gewirkt. Ich musste immer an die Schauspielerin Helen Mirren denken. Aber angeblich ist der Name eine zurzeit in Schottland sehr beliebte Variante des Namens Marian.

Doch zurück zum Schloss. Mirrens Staunen über eine ungewöhnliche Zugreise, den alten Bau und die schottische Landschaft sind nachvollziehbar. Natürlich schneit es – und die Beschreibungen der in weiß gehüllten Landschaft sind wunderschön. Die Autorin schafft wirklich eine stimmungsvolle Atmosphäre. Doch beginnt die Buchsuche, für die der verstorbenen Liard merkwürdige Rätsel aufgegeben hat. Ab da wird es ein bisschen anstrengend, sind einige Handlungen auch schwer nachvollziehbar. 

Mirren ist eine Stadtpflanze und stammt aus einfachen Verhältnissen und fremdelt mit dem Adel, dem ihre Arbeitgeber und dessen Schwester sowie der andere Buchsucher angehören. Dennoch funkt es irgendwann. Die dann folgenden ausführlichen Sexszenen hätte ich in diesem Buch nicht erwartet und fand ich hier auch unpassend. Nicht falsch verstehen: In modernen Regency- und anderen Liebes-Romancen weiß man, dass diese dazu gehören. Gut geschrieben sind sie für mich okay. Hier haben sie mich gestört.

Der Buchtitel

Außerdem: Den Titel des Buches finde ich irreführend. Allerdings habe ich festgestellt, dass er eins zu eins aus dem Englischen übersetzt wurde („The Secret Christmas Library“). Aber: Es handelt sich nicht um eine Bibliothek. Das ganze Schloss ist voller Bücher. Der Titel suggeriert, dass in einem einzigen Raum gesucht wird. Das ist aber nicht der Fall. Und ich kann mich nicht mal mehr erinnern, ob es dann (bei den vielen Räumen) tatsächlich so etwas wie eine unbekannte (geheime) Bibliothek gab.

Fazit

Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch einordnen soll. Einerseits: Es gibt sehr stimmungsvolle winterliche Beschreibungen. Gerade diese haben mir gefallen. Andererseits: Die Suche hat sich zu sehr gezogen. Vier Sterne wurde ein „gut“ bedeuten. Aber wirklich gut finde ich es nicht, aber mit guten Anteilen. Daher 3,5 Sterne. 

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