
Ein Musiker schreibt ein Buch. Ein Radwanderer bricht zu einer Reise ins Unbekannte auf. Bei alledem spielt sein Glauben eine Rolle, sein Leben als Christ. Das Buch ist eine Reisebeschreibung mit Reflexionen zum Leben und christlichen Anklängen. Eine gelungene Kombination. Dazu eine Playlist per QR-Code – unter anderem mit Liedern des Musikers. ◼️
Verlagsinfo
Eine faszinierende, wahre Geschichte von Aufbruch, Neuanfang und guten Begegnungen.
Jan hat seinen Job als Kirchenmusiker gekündigt, eine Leitungsaufgabe, die ihm viel bedeutet hat. Um einen klaren Kopf zu bekommen, bucht er für sich und sein Fahrrad einen Platz auf einer Fähre, die ihn von Dänemark auf die Färöer-Inseln bringt. 18 Felseninseln vulkanischen Ursprungs, die zwischen Island und Norwegen im Nordatlantik liegen. Im April ist es dort kalt, stürmisch und regnerisch. Und so wird nicht nur die Tour ein einziges Abenteuer, sondern für Jan auch eine Reise zu sich selbst. Die biblische Geschichte von Jona, der von einem Wal verschluckt wird, weil er nicht auf das gehört hat, was ihm gesagt wurde, verwebt sich in der wunderbaren Erzählung mit der Realität.
Ein Kirchenmusiker auf Reisen
Einen wunderbaren Vergleich und Titel haben Jan Simowitsch und sein Verlag für das Buch gewählt. Ein Wal, der etwas ausspuckt – wer hat da nicht sofort die Geschichte von Jona und dem Wal im Sinn? Und damit wird klar: Hier schreibt einer, für den Kirche und Glauben ein fester Bestandteil seines Lebens sind. Einer, der seit Jahren auf seinem Instagram-Kanal schreibt, „über Musik und Menschen, über Politik und Liebe“. Und nun ein Buch. Dabei erhielt er Unterstützung von jemandem, der auch Musik und Glauben verbindet: Annie Heger hat „mich bestärkt, weiterzuschreiben“.
Der Kirchenmusiker leitete acht Jahre das Popinstituts der Nordkirche. „Es war eine verdammt geile und zugleich unwirklich harte Zeit“, sagt er. Auch so ein Job kostet Kraft. Simowitsch kündigt daher und fährt mit dem Fahrrad auf die Färöer Inseln. „Von einem, der auf Reisen ging, um sich selbst zu finden“, lautet der Untertitel. Ein „kontrollierter Entzug“, so der Autor.
„Als ich die Reise begann, war mein Blick sehr verengt auf ein, zwei Symptome in meinem Leben, doch die Zeit war wie ein halbwegs kontrollierter Entzug von allem, was ich vorher Tag für Tag geschluckt habe.“
Der Kirchenmusiker ist ein erfahrener Radwanderer. Seit Jahren unternimmt er Fahrradtouren, mal für drei, mal sieben Tage – er hat also Erfahrung. Er kommt vom Meer, der „meist sehr braven Ostsee“, doch er liebt es windig. Dennoch erlebt Überraschungen: Die Wege sind rauer, das Wetter kälter als erwartet. Der erste Abend ist der härteste, den er auf den Faröern erlebt. Dann: Kein Zugangspass fürs Internet, Berge steiler und länger als erwartet, Campingplätze kleiner als vermutet.
Aber Jan Simowitsch gibt nicht auf. Er besucht Kirchen, trifft Menschen und macht Schwarz-Weiß-Fotos, die die raue Schönheit der Färöer gut abbilden. Er erzählt, wie er packt und was er vergessen hat: Einmal hatte er eine Konservendose, aber keinen Topf zum Warmmachen. Da war Improvisation gefragt. Sein Fazit „Wer improvisiert, entdeckt die ungewöhnlichsten Dinge … Das gilt übrigens für vieles im Leben“
Der Autor
Jan Simowitsch, Jahrgang 1980, hat nach seinem Klavierstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock eine Stelle als Kirchenmusiker mit Schwerpunkt Popularmusik in Bad Segeberg angetreten. Von 2016 bis 2024 gestaltete er als Leiter des Popinstituts der Nordkirche die musikalische und liturgische Entwicklung in der Evangelischen Kirche mit. Neben seiner hauptamtlichen Arbeit beschäftigt sich Jan Simowitsch viel mit Wort und Musik. In seinen Konzerten spielt er Eigenkompositionen am Klavier und liest Texte. Darüber hinaus mischt er sich in die aktuellen Debatten ein, engagiert sich politisch für Menschenrechte und den Diskurs zwischen den Menschen.
Instagram jan_simowitsch
Fazit
Ein rundum gelungenes und besonderes Buch, das sich wohltuend von der Masse abhebt. Ein Buch mit vielen Facetten. Eine mutmachende, sehr persönliche Geschichte. Dazu ein wunderschöner Einband mit Goldelementen. Ein Buch, das man gerne in Händen hält, gerne liest und gerne verschenkt.
„Und der Wal spuckt mich aus“, Jan Simowitsch
192 Seiten, 18 Euro, Bene!, VÖ 1. September 2025
