Buch und Film – mehr als ein Weihnachtsklassiker ◼️

Den meisten dürfte „Der kleine Lord“ vor allem in der Verfilmung mit Alec Guinness bekannt sein. Aber auch das Buch lohnt, wenn man nicht vor ein bisschen Schmalz zurückschreckt. ◼️
Verlagsinfo
Der kleine Cedric Errol, ein ganz normaler amerikanischer Junge, erhält erschreckende Neuigkeiten: Er soll der zukünftige Earl von Dorincourt werden und ist fortan Lord Fauntleroy. Nachdem der erste Schreck überwunden ist, macht Cedric sich mit seiner Mutter an seiner Seite auf die Reise nach England, um sein Erbe anzutreten. Dort erwartet ihn, neben vielen Erlebnissen und einem schönen Schloss, sein Großvater, der aktuelle Earl von Dorincourt, welcher seine ganz eigenen Vorstellungen von der Erziehung und Zukunft seines Enkels hat. Nach und nach schleicht sich jedoch das liebevolle und gutherzige Wesen des kleinen Lord Fauntleroy in alle Herzen, auch in das seines griesgrämigen Großvaters. Doch gerade als sich die beiden annähern und Dorincourt hoffnungsvoll auf den neuen Erben blickt, wartet bereits die nächste Überraschung auf den kleinen Lord …
Das Buch
Eigentlich ist es ein Märchen. Kleiner Junge wird Erbe eines Earls. Er hat herzensgute Mutter. Und er ist ein liebenswertes Kind, dass alle, die ihm begegnen, sofort gern haben. Gibt es sowas? Vor allem im Buch wirkt diese Charakterisierung geradezu überirdisch.
„Der kleine Lord“ ist ein Roman von Frances Hodgson Burnett. 1886 erschienen, war es für die Autorin äußerst erfolgreich. Es wurde in viele Sprachen übersetzt und ist mehrfach verfilmt worden. Allerdings – Buch ist nicht gleich Buch: „In deutscher Sprache sind bis heute mehr als dreißig Ausgaben erschienen, deren Unterschied in der Übersetzung, Bearbeitung und/oder Illustration liegt. Die modernen Übersetzungen in deutscher Sprache sind fast durchweg gekürzt, häufig um ein Fünftel, um das Buch auch für Kinder der heutigen Zeit lesbar zu gestalten“, heißt es bei Wikipedia.
Als autorisierte Übersetzung aus dem Englischen gilt jene von Emmy Becher. Eine neuere stammt von Marion Balkenhol, die ich u.a. gelesen habe, aber die nicht mein Fall war. Das Coppenrath-Buch ist eine prunkvolle Ausgabe, die vor allem durch die wunderschönen Originalillustrationen von Reginald Birch aus dem Erscheinungsjahr 1886 besticht. Dazu gibt es 11 Extras aus der Welt des kleinen Lords. Bei Amazon kann man sich das Buch kostenlos im Original herunterladen. Oder man kauft eine Ausgabe, mit englisch-deutscher Parallelübersetzung auf jeweils gegenüberliegenden Seiten.
Autorin

Frances Hodgson Burnett wurde mit „Der kleine Lord“ und „Der geheime Garten“ weltberühmt. Mehr über sie im Porträt.
Film
Wohl am bekanntesten ist die Verfilmung von 1980 mit Ricky Schroder als Cedric und Alex Guinness als Großvater, die momentan in der ARD-Mediathek zu sehen ist. Obwohl 45 Jahre ist, wirkt sie auf mich immer noch frisch. Und ist einfach herzerwärmend.

Fazit
Ja, sowohl Buch als auch Film sind schmalzig. Der kleine Cedric ist fast überirdisch lieb. Aber vor allem im Film einfach süß anzuschauen. Seien wir ehrlich: Ab und zu ein bisschen Friede-Freude-Eierkuchen tut gut!
„Der kleine Lord“, Frances Hodgson Burnett (Autorin), Reginald Birch (Illustrationen)
„Little Lord Fauntleroy“, Originaltitel, erschienen 1886
verschiedene Ausgaben und Übersetzer
