Interview: Birte Stährmann, das Meer und das Glück

Autorin aus Eckernförde über ihren neuen Roman und die Buch-Serie / Mit Verlosung ◼️

Birte Stährmann hat bereits viele Reisebücher und Quiz gemeinsam mit ihrem Mann Martin geschrieben, außerdem drei Romane im Selfpublishing veröffentlicht. Jetzt ist ihr Debütroman im Gmeiner Verlag erschienen. Er bildet den Auftakt einer Genuss-Romanreihe aus ihrer Feder. Mee(h)r-Lesen hat mit der gebürtigen Flensburgerin über die Idee zur der Glücks-Serie gesprochen und über die Bedeutung von Bonbons.

Aus Anlass der Buchveröffentlichung verlosen Autorin, Verlag und Mee(h)r-Lesen drei signierte Exemplare von „Das Glück schmeckt nach Meer – Die Bonbonkocherei“ >> zur Rezension und Verlosung.

War es schwierig, einen Verlag für deine Idee zu finden? 

Ich hatte mich beim Gmeiner-Verlag mit einem Roman beworben, der noch unveröffentlicht in meiner Schublade liegt. Der hat der Lektorin gut gefallen. So gut, dass sie ihn Marketing und Vertrieb vorgestellt hat. Allerdings hieß es, dass sich die Themen nicht gut verkaufen ließen. Es kam eine nette Absage von der Lektorin, in der es auch hieß: Ich freue mich über weitere Manuskripte von Ihnen.“ Ein paar Wochen vorher hatte mein Mann Martin bereits gemeint: „Schreib doch mal eine etwas leichtere, märchenhaftere Geschichte.“ Die hatte ich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich schon in den Grundzügen angefangen. Also habe ich sie in sechs Sätzen beschrieben, in einem Pitch, das ist mehr oder weniger ein Klappentext. 

Mit Erfolg?

Eine erste positive Antwort kam postwendend. Ich habe dann ein ausführliches Exposé und die ersten 50 Seiten des Manuskripts zur Begutachtung eingereicht. Und nach drei Monaten kam die Zusage. Martin habe ich viel zu verdanken. Er hat nur den einen Impuls geliefert, aber der hat bei mir etwas Tiefes angestoßen. 

Dein Roman handelt von einer Bonbonkocherei. Haben Bonbons eine besondere Bedeutung für dich?

Ich liebe Düfte und natürliche Aromen. Ich bin ein sehr sinnlicher Mensch. Mein erster Roman heißt „Der Duft nach Vanille“. Als ich zum ersten Mal in der Bonbonkocherei in Eckernförde Himbeerbonbons kaufte, sahen diese aus wie früher und schmeckten auch so. Und ich denke, es gibt durchaus etwas Magisches … Dinge können so zauberhaft wirken, dass sie uns aus dem Alltag entführen.

Stand die Eckernförder Manufaktur also Pate für das Geschäft in Maasholm?

Jein. Die Art, wie Bonbons gemacht werden, die Atmosphäre, diese Liebe zu den Bonbons – das ist gefühlt die Bonbonkocherei Eckernförde. Aber ich habe ganz eigene Bilder im Kopf gehabt. Ich war auch in Dänemark in anderen Bonbonkochereien. Die in Middelfart auf Fünen war leider nicht geöffnet, da habe ich durch ein Fenster geschaut. Die Einrichtung ist mit dunklem Holz, so wie ich mir den Raum meiner Bonbonkocherei in meiner Fantasie vorgestellt habe. Dieses Geschäft werde ich in diesem Jahr richtig kennenlernen, weil wir im April in der Nähe eine Woche Urlaub machen.

Du hast ja eine Zeit in der Region Stuttgart gelebt, wie deine Protagonistin Annika. Es steckt also Biografisches im Roman. Warum bist du mit deinem Mann in den Norden gekommen?

Es war immer eine tiefe Sehnsucht nach dem Meer in mir. Diese Sommer im Süden, in Stuttgart, waren anstrengend – von der Hitze, von den Gerüchen… also, vom ganzen Lebensgefühl. Ich bin einfach mehr ein Nordmensch. Ich komme hier jetzt auch gut mit den Wintern und den Stürmen klar.

Martin ist in Franken in Württemberg groß geworden, das Klima ist dort auch eher etwas rauer. Wir haben am Rande von Stuttgart gelebt, waren aber fünf bis sechs Mal im Jahr zu Besuch bei meinen Eltern in Flensburg. Und wir haben stets Urlaube am Meer gemacht, zum Beispiel in der Bretagne. Immer wenn ich am Meer war, habe ich gemerkt, wie es mir fehlt.

Am Meer ist mehr Platz und Weite. Platz auch für Gedanken und Ideen.

Aber Stuttgart hat auch viele schöne Seiten. Die Eventlocation, die ich im Buch beschreibe, die gibt es wirklich, die ist ein ganz spannender Ort. Oder die Markthalle, die habe ich auch geliebt. Es gibt vieles in Stuttgart, das mir gut gefallen hat. Ich habe dort 35 Jahre gelebt, die bisher längste Zeit meines Lebens. 

Das Buch spielt nicht direkt am Meer, aber an der Schlei, in Maasholm. Warum?

Meine Mutter ist in Kappeln geboren. Als Familie haben wir dort oft meine Oma besucht. Auf dem Hin- oder Rückweg haben wir vielfach in Maasholm Halt gemacht – um zum Beispiel ein leckeres Fischbrötchen von der Fischräucherei Petersen zu essen, die gibt es noch immer. Der Gegensatz von Fischereihafen und Jachthafen, das ruhigere Wasser der Schlei und die wildere Ostsee, die idyllischen Plätze an der Schlei mit den Anlegebuchten für Boote, das alles hat mir gefallen. Mein Vater lebt leider seit elf Jahren nicht mehr. Aber Maasholm ist ein Ort, wo ich ihn spüre, ich habe an die Besuche viele schöne Erinnerungen. 
Martin und ich haben das Buch „Glücksorte an der Schlei und Eckernförder Bucht“ geschrieben. Die Region ist ein Sehnsuchtsort für viele Menschen. Mein Roman schenkt den Lesenden einen Kurzurlaub in der Region.

„Das Glück schmeckt nach Meer“ – das ist ein schöner Titel. Wie ist er entstanden?

Der Gmeiner-Verlag veröffentlich gern Romanreihen. Beim Exposé soll man eine eventuelle Idee nennen. Als ich über Buch- und Reihentitel nachgedacht habe, war die Idee plötzlich da. Ich dachte, eigentlich müsste es diesen schönen Titel schon geben – aber das war nicht der Fall. 

Und wie schmeckt Glück für dich? 

Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Das ist tatsächlich ein fruchtiger Geschmack, es darf auch etwas Salziges sein. Also, es sind so die verschiedenen Komponenten. Etwas, das man nicht ganz herausschmecken kann, es muss ein bisschen den Kick des Überraschenden haben … 

Und wann bist du glücklich?

Wenn ich am Meer stehe und den Horizont sehe, bin ich glücklich. Wenn ich das Salz auf den Lippen schmecke oder den Wind in den Haaren spüre, bin ich glücklich. Und natürlich, wenn ich mit meinem Lieblingsmenschen Martin und anderen lieben Menschen zusammen sein kann.

Doch zurzeit ist noch Schreibtischarbeit angesagt, nicht wahr?

Momentan arbeite ich am dritten Band der Serie. Meist schreibe ich um die fünf Seiten am Tag. Ich habe Martin bereits meine ersten Kapitel vorgelesen und bin ganz beglückt, dass es er mir außer Kleinigkeiten ein positives Feedback gegeben hat. Zwar arbeite ich meine Geschichten vorher komplett aus, aber manches verselbstständigt sich im Schreiben.

Du hast Martin erwähnt, deinen Mann. Und ihm auch das erste Buch gewidmet. Welche Rolle spielt er für deine Arbeit?

Ich habe das große Glück, mit einem Mann verheiratet zu sein, der selbst Autor und Journalist ist. Wir teilen unsere Begeisterung fürs Schreiben und Lesen und verfassen ja auch gemeinsam Bücher und Quiz. Martin ist mein ersterZuhörer und Leser. Er hat ein großes Gespür für meine Geschichten entwickelt und deckt auf, wo etwas unrund, unlogisch ist und holpert. Auch übernimmt er mit seinem feinen Gespür für Sprache das Vor-Lektorat. Dann geht der Text an drei wunderbare Testleserinnen, die alle einen ganz eigenen Blick auf den Text haben. Dieses Netzwerk wunderbarer Menschen unterstützt mich großartig.

Wo spielen der zweite und der dritte Teil der Serie?

Im Herbst 2026 wird der Roman „Das Glück schmeckt nach Meer – Die Kaffeerösterei in Flensburg“ erscheinen und im Frühjahr 2027 „Die Schokoladenküche in Eckernförde“. 

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