Rezension – Antje Szillat: Der Tote vom Klünderhof

Der Landtierarzt ermittelt ◼️

Bewertung: 4 von 5.

„Charmanter Cosy Crime voller skurriler Charaktere.“ So beschreibt der Verlag das Buch. Dem kann man nur zustimmen. Lockere Unterhaltung mit Lokalkolorit ist garantiert. Und wer manchmal an „Mord mit Aussicht“ denken muss, liegt nicht ganz falsch.

Verlagsinfo

Als der neue Tierarzt Constantin von Platen auf dem Hof eines Großbauern in Marne ankommt, steckt dieser tot in einer Tonne voller Äpfel. Da es keine weiteren Zeugen gibt, wird Constantin zum Hauptverdächtigen. Widerwillig tut er sich mit der arroganten Oberkommissarin Finja Fährmann und seiner krimibegeisterten Großtante Amalia zusammen, um den wahren Täter zu finden. Doch die eigensinnigen Marschbewohner und ein Netz aus bizarren Intrigen bringen das unfreiwillige Team fast an seine Grenzen …

Die Sophie Haas von Marne

Nein, Dithmarschen ist gewiss nicht der Nabel der Welt. Wenn man aus Düsseldorf kommt, erst recht nicht. Finja Fährmann trägt eine edle dunkelblaue Burberry-Hose, Pumps und eine weiße Seidenbluse. In dieser Aufmachung wirkt die junge Oberkommissarin wie „ein exotischer Vogel zwischen Tauben“. Mehr oder weniger freiwillig ist sie in Marne gelandet. Ihre erste Begegnung mit den beiden Polizisten der örtlichen Station wird auf Fans der TV-Serie „Mord mit Aussicht“ wie ein Déjà-vu wirken. Dort ist es Sophie Haas, die aus der Großstadt kommend manchmal an der Betulichkeit ihrer Kollegen verzweifelt.

„Bente Fendrich, die junge Polizistin, leuchtende dunkle Knopfaugen, praktische Kurzhaarfrisur, die ihr etwas Burschikoses verlieh, trat auf sie zu. »Ich habe einen Apfelkuchen gebacken«, verkündete sie stolz.“

Da ist eine gewisse Ähnlichkeit mit Bärbel Schmied unverkennbar. Ebenso, wie ihr Kollege Hasso Lüders sich an Dietmar Schäffer (Bjarne Mädel) orientiert: Er isst gerne, wird von seiner vollschlanken Ehefrau Jutta mit Essen versorgt und von ihr „Mausebär“ genannt. Diese Parallelen setzen sofort das Kopfkino in Gang – und sind witzig.

Natürlich ist damit das Personal dieses Wohlfühl-Krimis noch nicht erschöpft. Großtante Amalie hat eine Leidenschaft für das britische Königshaus und Kriminalromane. Tierarzt und Neffe Constantin tut sich ebenso schwer mit den Navi-Anweisungen wie mit der Kommissarin und den oftmals sturen Dithmarschern. Das alles sorgt für skurrile Situationen und die wiederum für gute Unterhaltung mit viel Lokalkolorit. 

„Die typische Marschlandschaft Dithmarschens zeigte sich in ihrer ganzen Pracht: Weite Felder, eingefasst von Deichen und Gräben, erstreckten sich bis zum Horizont. Die roten Backsteinhäuser mit ihren teilweise reetgedeckten Dächern fügten sich harmonisch in die Umgebung ein.“

Im Laufe der Ermittlungen gibt es zahlreiche Verdächtige, wird der Fall immer verzwickter, die Handlung spannender. Umso überraschender ist dann das Ende. 

Fazit

Wer Cocy Crime mag, wird sich hier bestens aufgehoben fühlen. Ein amüsanter Plot mit genau dem richtigen Grad an Spannung.

*Beide Zitate aus dem Buch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen