Maren Berger und Inspektor Ferreira ermitteln, Band 1 ◼️

Die gigantischen Wellen von Nazaré sind berühmt. Surfer aus aller Welt pilgern zu dem Ort an der portugiesischen Westküste, um sie zu bezwingen. Aber dieses Buch ist kein Surfer-Krimi. Denn im Mittelpunkt steht eine Kommissarin aus Köln. Die deutsch-portugiesische Kombination entfaltet, wie viele Bücher dieser Art, ihren eigenen Reiz.
Verlagsinfo
Maren Berger, Hauptkommissarin aus Köln, sucht Erholung in dem portugiesischen Küstenort Nazaré. Hier möchte sie gesund werden, nachdem sie bei einem Banküberfall angeschossen und schwer traumatisiert wurde. Doch die Ruhe währt nicht lange. Als sie sich eines Morgens zum Praia do Norte aufmacht, findet sie die Leiche einer jungen Frau. Kurz darauf kehrt sie mit der örtlichen Polizei zurück, und die Tote ist verschwunden. Nur Inspetor Ferreira schenkt ihr Glauben – und wenig später stehen Maren und der Inspetor vor einer zweiten Leiche.
Die Wellen von Nazaré
Wenn es auf See ein Unwetter gegeben hat, sind kurz darauf in Nazaré die Wellen besonders hoch. Es sind die Faszination der Wellen, weswegen Maren Berger in den portugiesischen Ort reist. Was dann passiert, ist bereits im Klappentext gesagt. Und man ahnt es. Bei der einen Toten wird es nicht bleiben.
Warum – das bleibt sowohl für die Leser/Leserinnen im Dunkeln.Ebenso wie für die 37-jährige Deutsche, denn nach ihrer schweren Verletzung kann sie sich an zahlreiche Details ihrer letzten Ermittlung nicht mehr erinnern. Dieser Fakt ist der zentrale Punkt der Geschichte und sorgt für Spannung. Die ist nicht so hoch, dass man elektrisiert ist, aber neugierig, wie sich Marens Fragen wohl aufklären.
Die Beschreibung von portugiesischen Verhältnissen und Lebensart sind der zweite Hauptbestandteil. Interessant für alle, die in dem Land Urlaub machen und auch für jene, die hier leben – wenn ihnen auch alles bekannt ist. Zum Beispiel, dass ein Milchkaffee in Portugal „Galão“ genannt wird und mit einem Café Latte vergleichbar ist. Oder dass Klimaanlagen hier nicht nur zum Kühlen, sondern in den Wintermonaten auch zum Heizen genutzt werden, denn die wenigsten Häuser und Wohnungen verfügen über eine Heizung.
Und dann ist da noch João Ferreira, Kommissar aus Leira. Genau wie Maren bleibt seine Person einwenig blass, ist jedoch nicht unsympathisch. Warum im Untertitel vom „Inspektor“ die Rede ist, in der Verlagsinfo dann aber die portugiesische Bezeichnung „Inspetor“ verwendet wird, erschließt sich mir nicht und irritiert.
Aber das sind Kleinigkeiten. Alles in allem hat mich das Buch gut unterhalten. Ein solider Krimi. Und es wird wohl auch eine Fortsetzung geben, die ich gerne lesen werde.
Autor
Miguel Silva ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der bereits zahlreiche Kriminalromane geschrieben hat. So die Mitteilung seines Verlages. Er lebt in Portugal und im Rheinland. Wer es ist? Ich habe nachgeforscht, das Ergebnis lest ihr >> hier.
„Die Tote von Nazaré“, Miguel Silva
318 Seiten, 16 Euro, Aufbau TB, VÖ 11. Februar 2026
