Rezension — Maren Ermisch, Günter Berg (Hsg.): Siegfried Lenz. Schleswig-Holstein

Ein Lesebuch ◼️

Wer Siegfried Lenz und sein Werk kennenlernen möchte, hat mit diesem Buch dazu eine gute Gelegenheit.

Verlagsinfo

Die Romane und Erzählungen von Siegfried Lenz (1926-2014) sind ohne das Meer, die Küste und die Menschen in Schleswig-Holstein kaum denkbar. Im nördlichsten Bundesland fand Lenz Schauplätze voller existenzieller Erfahrungen, heiterer Begegnungen und eindringlicher Beobachtungen. Sein erfolgreichster Roman „Deutschstunde“ hat für Millionen Leserinnen und Leser das Bild von der schleswig-holsteinischen Westküste geprägt. 
Das Lesebuch „Siegfried Lenz. Schleswig-Holstein“, herausgegeben von Günter Berg und Maren Ermisch, versammelt eine Auswahl aus allen Schaffensphasen dieses Ausnahmeliteraten: von den großen Romanen „Deutschstunde“ und „Heimatmuseum“ über Geschichten rund um den „Geist der Mirabelle“ bis zu einem nahezu unbekannten Hörspiel. Mal begegnen wir knurrigen Fischern, humorvoll gezeichneten Dorfbewohnern oder eigenwilligen Künstlern, mal blicken wir mit Lenz auf Landschaften zwischen Husum und Flensburg, zwischen Rendsburg und der dänischen Insel Als. 
So entsteht ein facettenreiches Bild des Nordens – und ein literarischer Reiseführer durch die Welt von Siegfried Lenz, in der Himmel, Meer und Menschen untrennbar zusammengehören.

Das Buch

Nach dem Krieg kam Siegfried Lenz  ins nordfriesische Witzwort, da war er 18 Jahre alt. Später blieb er nach eigenen Worten in Bargteheide hängen. „Wir kamen als Fremde, um in Schleswig-Holstein heimisch zu werden“, sagte er 2004 in seiner Rede aus Anlass der Verleihung der Ehrenbürgerwürde des Landes. Lenz’ berühmtester Roman, „Die Deutschstunde“, spielt in Schleswig-Holstein.

Das Werk von Lenz ist umfangreich. Ich muss gestehen, dass ich die „Deutschstunde“ nie gelesen habe, das sondern auch „wie kaum ein anderes Buch die nordfriesische Landschaft in ein

Sinnbild für Schuld, Gehorsam und die schwierige Suche nach neuer moralischer Orientierung verwandelte sondern auch wie kaum ein anderes Buch die nordfriesische Landschaft in ein Sinnbild für Schuld, Gehorsam und die schwierige Suche nach

neuer moralischer Orientierung verwandelte“, so Günter Berg im Nachwort des Lesebuches.

Wer einen Eindruck von Lenz‘ Werken erhalten möchte, hat mit diesem „Lesebuch“ dazu Gelegenheit. Es gibt Textauszüge aus etlichen Werken (auch aus der „Deutschstunde“). Sie ersetzen natürlich nicht die Lektüre der vollständigen Bücher. Aber um sich dem Schriftsteller Lenz anzunähern, ist es eine gute Möglichkeit.

Fazit

Die Auszüge aus seinen Texten geben einen guten Eindruck – und machen Lust auf mehr.

Die Autorin

Maren Ermisch studierte Germanistik und Anglistik in Kiel und wurde 2015 am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen mit einer Arbeit über Theodor Fontane promoviert. Seit 2024 arbeitet sie am Germanistischen Institut der Universität Münster an der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe der Werke Thomas Manns mit (Essays 1939–1945). Seit 2015 gehört sie zu einer Arbeitsgruppe, die die Hamburger Ausgabe der Werke von Siegfried Lenz erarbeitet und ist seit 2021 Mitherausgeberin dieser Ausgabe.

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