
Fast alle Stühle waren besetzt. Die Stimmung gut. Die „Fischkopp-Vendetta“ mit Patricia Brandt hatte Bremen-Premiere und sorgte für beste Unterhaltung im Kunstcafé Kränholm.
Morden zur Entspannung
„In ihrer Freizeit schreibt sie Krimis. Quasi zur Entspannung“, stellte Buchhändlerin Svenja Esch die Autorin vor – und sorgte so für die ersten Lacher. Bei denen sollte es nicht bleiben. Schließlich hat Patricia Brandt mit ihrem Kommissar Oke Oltmanns und den übrigen Protagonisten eine skurrile Truppe auf Mördersuche geschickt. Zum fünften Mal im beschaulichen Hohwacht an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Warum dort? Sie schmunzelt. Dort urlaubt sie. „Kleine Fluchten, romantische Plätze, jede Menge Kultur und natürlich die erholsame Ostsee” preist der Ort sich im Internet an. Und fügt hinzu: „Perfekt für die Auszeit vom stressigen Alltag”. Oder wie Patricia Brandt es ausdrückt: „In Hohwacht ist eigentlich nichts los.“

Skurrile Charaktere
Das hat sich 2020 mit der „Krabben-Connection“ geändert. Das war das erste Buch in der Reihe um Oke Oltmanns. Seitdem gibt es regelmäßig einen Mord aufzuklären. Der Mann mit dem eigenartigen Namen ist ein spezieller Charakter, „hat ein Herz unter großzügig angelegten Energiereserven“ und ein merkwürdiges Hobby. Er präpariert Tiere. Damit ist klar: Bei diesen Büchern ist nicht alles bierernst zu nehmen. Das wird auch bei der „Fischkopp-Vendetta“ klar. Dieses Mal findet eine Esoterik-Messe in Hohwacht statt. Und wer den ersten Band der Reihe gelesen hat, wird Bezüge zur Aktion „Rettet die Stranddiestel“ erkennen. Aber jedes Buch ist eine abgeschlossene Geschichte und kann ohne Kenntnis der Vorgänger gelesen werden.

Unterstützung
Wenn eine Rentner-Truppe unter Führung von Badekappen-Uschi sich zu einem Picknick neben einer Leiche entschließt, amüsiert sich das Publikum bei Wein und Bier. Schließlich ist das Kunstcafé Kränholm der Veranstaltungsort. Ein ausgesprochen ansprechendes Ambiente. Eingeladen hatte die Buchhandlung „Lesumer Lesezeit“ mit Unterstützung des Bremer Literaturhauses. Der Buch-Stapel mit den Brandt-Krimis war am Ende stark zusammengeschmolzen und die Autorin musste fleißig signieren. Da wird sie sicher gerne wieder zur Entspannung morden. Im Hauptberuf ist die gelernte Journalistin übrigens Sprecherin des Senators für Kinder und Bildung in Bremen. Und sagt: „Ich erhole mich tatsächlich immer sehr gut, wenn ich schreibe.“
„Fischkopp-Vendetta“, Patricia Brandt
288 Seiten, 14 Euro, Gmeiner Verlag, VÖ 8. April 2026
