Rezension – Jan Strümpel: Vom Glück, aufs Meer zu schauen

Die schönsten Geschichten und Gedichte ◼️ 

Bewertung: 4 von 5.

Was haben Charles Dickens, Kaiserin Sissi und Hans Christian Andersen gemeinsam? Sie waren vom Meer fasziniert. Und sie haben Gedichte oder Geschichten darüber verfasst. Ein kleiner Sammelband erzählt von der Meer-Liebe, die bis heute anhält. 

Verlagsinfo

Vom Strand wie vom Schiff aus betrachtet bietet das Meer mit seinem Horizont, seiner Ewigkeit und seinem manchmal aufbrausenden Wesen einen einzigartigen Raum. Diese literarische Anthologie erzählt vom Staunen und der Freude beim Anblick der See. Sie steckt voller Möwen und Fische und lädt ein zu Ausflügen nach Capri, Sylt, Hiddensee oder auch an die Copacabana. Mit Lesestücken und Gedichten von Heinrich Heine, Annette von Droste-Hülshoff, Theodor Storm, Mark Twain, Else Lasker-Schüler, Stefan Zweig und vielen anderen. 

Nordsee, Ostsee, Mittelmeer und Atlantik 

Jan Strümpel studierte Germanistik und Geschichte in Göttingen und war lange Jahre Lektor im Steidl Verlag. Inzwischen arbeitet als freiberuflicher Lektor in den Bereichen Belletristik und Sachbuch. Außerdem ist er als Übersetzer (George Orwell, James Joyce, H.G. Wells, Beatrix Potter u.a.) und Herausgeber tätig. Er hat mehrere Anthologien herausgegeben. In dieser befasst er sich mit dem Meer. Dabei geht es ihm nicht um Abenteuergeschichten, sondern „um den weiten Horizont mit gelegentlichem Leuchtturm, um das Staunen angesichts der wildschönenen Natur …“    

Natürlich spielen Nord- und Ostsee eine wichtige Rolle. 

Georg Christoph Lichtenberg schreibt von einer „Fahrt nach Helgoland“, die damals (im 18. Jahrhundert) noch weitaus beschwerlicher war als heute. Heinrich Heine schwärmt von Norderney. Theodor Fontane hingegen beschreibt „Die ewige Schönheit des Ozeans“ in Oban (Schottland).

Zu Schwärmereien gesellen sich einige humorvolle Gedichte, zum Beispiel von Wilhelm Busch.   

„Von einer Düne sieht man weit. –

Das Meer ist voller Flüssigkeit.

Das Ostland ist an Möwen reich. …”

dichtete Busch unter der Überschrift „Dorenkat“. Das Gedicht erzählt von der Erfindung des ostfriesischen Kräuterschnapses, der besser unter dem Namen „Doornkat“ bekannt ist.

Fazit

Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch durchliest. Aber man kann darin Blättern, an dem einen oder anderen Text hängenbleiben und feststellen, dass Capri und Sylt schon vor zweihundert Jahren fasziniert haben. Die Quellenhinweise am Ende verleiten außerdem dazu, den einen oder anderen Text komplett zu lesen. 

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