Boisen & Nyborg ermitteln, Band 7 ◼️

Sie haben es in sich, die Fälle im deutsch-dänischen Grenzgebiet. Und Hochspannung ist garantiert. Bereits zum siebenten Mal schickt Anette Hinrichs ihre Sondereinheit zum Einsatz – Vibeke Boisen aus Flensburg und Rasmus Nyborg aus Esbjerg. Dieses Mal beschäftigt die beiden Ermittler eine Mordserie. Aber den Dänen beschäftigt ebenso sehr seine Vergangenheit.
Verlagsinfo
Eine schreckliche Mordserie zieht sich vom deutsch-dänischen Grenzland bis nach Kopenhagen: Ein Pferdezüchter im nordfriesischen Süderlügum wird aufgehängt im Stall entdeckt, ein Gastronom im dänischen Tøndern sitzt tot an einem gedeckten Tisch, in Kopenhagen treibt die Leiche eines Geschäftsmanns nackt im Hafenbecken. Alle Opfer sind qualvoll erstickt. In ihren zugeklebten Mündern findet sich ein Foto mit einem fremden Gesicht. Was verbindet die Opfer und welches Motiv verfolgt der Mörder? Die Ermittler der Sondereinheit GZ Padborg stehen vor einem Rätsel. Der Druck wächst, als eine weitere Leiche auftaucht. Und ausgerechnet Rasmus Nyborg scheint nicht bei der Sache zu sein und bringt sich mit Nachforschungen zu einem ganz anderen Fall in Gefahr.
Ungewöhnliche Plots, eigenwillige Protagonisten
Durch die Flensburger Förde verläuft die deutsch-dänische Grenze. Was lag also näher, als hier eine Polizeieinheit zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark zu etablieren? Eine Idee der Krimiautorin Anette Hinrichs. Mit dem Ergebnis spannender Krimis mit ungewöhnlichen Plots und eigenwilligen Protagonisten.
Dieses Mal wird der erste Tote wird im nordfriesischen Süderlügum gefunden. Und es scheint einen Zusammenhang zu geben zu Mordopfern im dänischen Tondern und in Kopenhagen. Denn: In den zugeklebten Mündern findet sich ein Foto mit einem fremden Gesicht. Lange Zeit stochern die Ermittler im Dunkeln. Die Angehörigen der Opfer geben nur wenig Auskünfte. Mühevolle Recherche ist nötig, um die Verbindung zwischen den jungen Männern aufzuklären.
Es ist allerdings nicht nur der Fall, der für Spannung sorgt. Rasmus Nyborg kämpft mit den Dämonen der Vergangenheit. Er konnte den Tod seines Sohnes nicht verhindern und hat einen Verdacht, wer dafür verantwortlich sein könnte. Dieser Part nimmt einen großen Teil ein. Somit hat man es eigentlich mit zwei Fällen zu tun. Aber es ist manchmal schwer nachzuvollziehen, wie Nyborg mit den Narben der Vergangenheit leben kann. Es sind schmerzhafte Narben, die man niemandem wünscht.
Spannung im deutsch-dänischen Grenzland
Neben den persönlichen Konflikten wird die Grenzregion realistisch und atmosphärisch vorgestellt. Das Polizeirevier in Flensburg ist ein auffälliger Bau, der einen Blick von außen beim Besuch in der Fördestadt lohnt. Natürlich sollte es dann auch einen Besuch bei Bens Fischhütte am Hafen geben, nur wenige Schritte entfernt. Laut Hinrichs (und da hat sie wohl recht) gibt es dort die besten Fischbrötchen der Stadt.
„Tønder lag rund siebzig Kilometer südlich von Esbjerg, nahe dem Fluss Vidå und der Nordseeküste, nicht weit entfernt von der deutsch-dänischen Grenze. Es war die älteste Handelsstadt Dänemarks.“
Von der deutschen Grenzstadt ist es nicht weit bis Dänemark. Es lohnt sich auf jeden Fall, die kleine Stadt Tondern (deutsche Schreibweise) zu besuchen. Die Beschreibungen der Städte und Landschaften ist stimmungsvoll und immer elegant in die Handlung eingefügt.
Die Autorin und die Serie
Ein wenig Hintergrund findet auf dem Blog.
Fazit
Fünf Sterne. Diese Krimiserie ist großartig. Auch wenn es dieses Mal die eine oder andere kleine Länge gab. Das Ende ist spektakulär und wirft die Frage auf: Wie wird es mit der Serie weitergehen?
„Das fremde Gesicht“, Anette Hinrichs
480 Seiten, 13 Euro, Blanvalet TB, VÖ 18. März 2026
